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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 483 -
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deutsche Leitung dies nicht verstanden hätte, muß ich auf Grund meiner Kenntnisse auf das entschiedenste in Abrede stellen. Eben- sowenig ist es richtig, daß deutscherseits die Mitwirkung Österreich- Ungarns an den Entscheidungskämpfen ausgeschlagen worden ist und daß das Armeeoberkommando nicht genügend Einblick in die deutschen Verhältnisse gehabt haben soll. Ich kann bezeugen, daß der von der deutschen obersten Heeresleitung für die Frühjahrs- offensive von 1918 gefaßte Plan dem Armeeoberkommando bekannt war, und es ist protokollarisch festgelegt, daß deutscherseits eine Mit- wirkung österreichisch-ungarischer Truppen in möglichst großer Zahl freudig begrüßt worden wäre. Daß später für die Entscheidungs- kämpfe nur österreichisch-ungarische Artillerie zur Verfügung ge- stellt wurde, ist nicht Deutschlands Schuld." ,,Wiederholt durch mich an das Armeeoberkommando gestellte Anfragen, auf wie viele Divisionen die deutsche oberste Heeresleitung rechnen könnte, wurden ausweichend beantwortet und als Grund da- für stets die unsicheren Verhältnisse im Osten bezeichnet, die sich nach dem Friedensschluß mit Rußland klären würden. So kam's, daß, als zu Beginn 1918 die oberste Heeresleitung auf eine bündige diesbezügliche Erklärung drang, keine Infanterie, sondern nur Ar- tillerie an die Westfront abgegeben wurde!" Dies die Erklärung einer offiziellen deutschen Persönlichkeit von unerschütterlicher Glaubwürdigkeit. Und die vornehme Art, in der diese Erklärung gehalten, macht sie nur noch eindrucksvoller und beachtenswerter, verleiht ihr den Wert eines historischen Dokuments. Welch furchtbares Vergehen jene ,,andern Einflüsse" begangen, läßt sich durch Worte gar nicht schildern. Unverstand und Intrige spielten da ein geradezu verderbliches Spiel zum Schaden der Mittel- mächte und führten dazu, daß die letzte Siegesmöglichkeit, die letzte Schicksalsstunde ungenützt vorüberging. Wieder einmal erbringt dies den so oft in der Geschichte erkennbaren Be- weis, daß es besonders großzügigen Taten oder besonderen Ver- irrungen einzelner Menschen gelingen kann, Situationen und Augen- blicksgebilde zu schaffen, vielmehr herbeizuführen, die aller Logik und geopolitischen Notwendigkeit widersprechen. Diese Notwendig- keit schafft dann aber meist nach Jahren wieder ein Regulativ. Aller- dings, Millionen von Menschen müssen es mit ihrem Gut und Blut bezahlen.— Ohne die Anlage und Durchführung der letzten großen Offensive in Flandern zu besprechen, sei eines charakteristischen Umstandes gedacht, weü er sich hier zum erstenmal geltend machte und später 31* 483
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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