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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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fol^e Niederwerfung aller Rechte selbst entäußert hatte. Vom staatsrechtlichen Standpunkte aus kann man dieser Theorie die Be- rechtigung nicht leicht absprechen. Andererseits ist es bei dem Cha- rakter und den avitischen Anschauungen der Ungarn begreiflich, daß sie ihr niemals beipflichteten. Doch der Druck der Zentralgewalt war damals ein so mächtiger, daß sich alles in die neue Ordnung schicken mußte. Nur im Auslande, in den Komitees zu Paris, Turin, London, zeitweise auch in Konstantinopel und Nordamerika, konnte die Agitation fortbetrieben werden, wobei Kossuth der Intransigente und Unversöhnliche blieb. Andrassy (le beau refugie)— vermittelte jedoch von Paris aus insofern, als er einen Modus procedendi auf Basis der altungarischen Rechtsordnung, namentlich der 1848er Ge- setze, anbahnen wollte. Für dieselbe Idee wirkte im stillen Deak — ,,der Weise der Nation"— , der an den Ereignissen der Revolution keinen direkten oder persönlichen Anteil genommen hatte. Indessen wurde in Ungarn kräftig zentralisiert und germanisiert. Die Komitate— nach Anschauung ungarischer Staatsrechtler: ,,die Basteien der Verfassung"— wurden zu kaiserlich-königlichen Ver- waltungsbehörden umgestaltet, und auch sonst das österreichische Verwaltungss3^stem— wenngleich unter unseligen Schwierigkeiten— eingeführt. Ein System (Bachsches), von dem man in verwaltungs- technischer Hinsicht gerechterweise sonst nur Gutes sagen konnte. Dies dauerte bis zum Jahre 1859. Der Zusammenbruch auf den italienischen Schlachtfeldern, wobei aber allerdings nur die öster- reichische Kamarilla zusammengebrochen war, lockerte die Zentral- gewalt und bereitete einen Umschwung vor. In ganz Österreich kam endlich der Parlamentarismus unter schweren Geburtswehen zu kärg- licher Geltung. Zunächst wurde an ein Zentralparlament gedacht. Ein solches scheiterte jedoch am Widerstände der Ungarn, die eine gemeinsame Reichsvertretung nicht beschicken wollten. Doch auch in Österreich konnte der parlamentarische Karren nur mühsam vor- wärts gebracht werden, da zu viele und zu mächtige Hände in die Speichen griffen. Beileibe nicht mit der Absicht, die Räder über die Hindernisse hinwegzubringen. 1865 folgte dann der bekannte Bel- credische Sistierungserlaß. Mit Ungarn waren aber mittlerweile doch politische Pourparlers im Gange, die ungarischerseits von den Altkonservativen unter Mit- wirkung Deaks geführt wurden, doch kein abschließendes Resultat erbrachten. Dann kam das Jahr 1866 und mit ihm der zweite mili- tärische Zusammenbruch, sowie jener des absolutistischen Systems. Jetzt schoß der parlamentarische Weizen auch in Österreich in die Höhe, Mit allen Mitteln wurde aber der ,,Ausgleich mit Ungarn" 32* 499
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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