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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Insolange nämlich dieses Scheinbündnis besteht, wird es mir, respektive der verantwortlichen Heeresleitung unmöglich sein, jene Summen aufzubringen, welche für die so notwendige Ausgestaltung des Heeres ganz unerläßlich sind. Die allertriftigsten Motive und Beweise werden immer und immer durch den Hinweis zurückgewiesen, daß wir ja mit Italien im Bunde stehen; neuerlich auch durch die nur scheinbar berechtigte Ansicht, daß Italien durch das tripolitanische Abenteuer in seiner Aktions- kraft gelähmt sei. Dagegen lebt in mir die Überzeugung, daß von dem Tage an, wo dieses Bündnis nicht mehr besteht, ja selbst von dem Momente an, wo sich die Anschauung Bahn bricht, es bilde die Fortsetzung des- selben nicht mehr ein Axiom unserer äußeren Politik, selbst unsere, nichts weniger als willfährigen Volksvertretungen dem Ausbau des Heeres nicht mehr jenen obstinaten Widerstand entgegensetzen wer- den, der sie unter allen parlamentarischen Körperschaften kenn- zeichnet. Um durch Wiederholungen nicht zu ermüden, beziehe ich mich bezüglich aller weiteren Motivierungen auf den alleruntertänigsten Vortrag des Chefs des Generalstabes und füge nur bei, daß aus- schließlich nur das Bild und die Vorstellung einer großen und immanenten Gefahr unsere Vertretungskörper zur Einsicht und zu dem führen werden, was sie gemeiniglich ,, patriotische Opferwillig- keit" nennen. Es erscheint mir höchst plausibel und wahrscheinHch, daß das offizielle Italien in seiner momentanen Bedrängnis von dem Drei- bund gar nicht locker lassen wird, weil dessen Fortbestand sein eigener, ausschließlich eigener Vorteil wäre. Unser Vorteil aber wäre es nicht und war es nie und ich denke, es sollte nicht unbeachtet bleiben, daß die italienischen Einberufungen im Frühjahr 1909 ge- druckt und vorbereitet waren, gewiß nicht in der Absicht, unsere Reihen zu verstärken. Dem sei übrigens, wie ihm wolle;- meine Pflicht ist es jedoch, aller- untertänigst darauf hinzuweisen, daß eine weitere Aufrechterhaltung des Bündnisses mit Italien unsere militärischen Interessen effektiv schädigt und der Ausgestaltung des Heeres Hemmnisse bereitet, die mit legalen Mitteln nicht zu beseitigen sein werden. Darüber be- lehrte mich die Rücksprache mit den maßgebenden Ministern beider Regierungen, die von einer unausweichlichen Steigerung der Heeres- kredite kaum in dem allerbescheidensten Maß etwas wissen wollen und sich kontinuierlich auf den für fünf Jahre geschlossenen Pakt berufen, der — nach ihrer Meinung — seinen Rückhalt eben in 505
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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