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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Mit unübertroffenem Elan warfen sich alle Regimenter des bunt- gewürfelten Reiches dem überlegenen Feinde entgegen, siegten stets, wo die Überlegenheit nicht zu groß und die Führung am Platze war. Und allen voran tat's die so wenig beachtete, so wahrhaft demütig gewordene Infanterie, die mit ihrem Herzblut die technischen Rück- ständigkeiten ausglich. Es war, als ob Wildgans' herrliches Gedicht speziell für sie geschrieben worden wäre. Feinde allüberall, in Nord und Süd, in Ost undWestund schließlich auch in den eigenen Reihen, geschaffen durch eine noch nie da- gewesene politische Agitation, die ein unendlich überlegener groß- zügiger Feind geweckt und eine unendlich unkluge eigene Politik ge- stützt hatte. Man denke sich doch, was das hieß, einem übermächtigen und sich durch die eigenen Bundesgenossen noch fortwährend verstärkenden Feinde Jahre hindurch gegenüberstehen! Dabei an ganzen Fronten fühlen und sehen, wie die eigenen Ersatzmannschaften wohl nicht an Zahl, aber an innerem moralischen Gehalt stets unzulänglicher werden und schließlich ganz direkt mit dem Feinde sympathisieren, ja zu ihm übergehen, wodurch wichtige taktische Positionen in die Hand des Feindes fallen. Da denMut nicht sinken lassen, die I,ücken wieder schließen, erneuert standhalten, wieder offensiv vorgehen und vereint mit dem deutschen Bundesgenossen den Feind vom Kar- pathenwall bis nahe an den Dnjeper oder vom Isonzo bis an die Piave schleudern, im vierjährigen, ununterbrochen blutigen Ringen, in dem fast hunderttausend Offiziere und Offizierdiensttuende Leben oder gerade Glieder zum Opfer bringen mußten ! Das übersteigt fast die Gesetze der Logik und entkräftet den als unumstößlich hinge- stellten Grundsatz, daß nur national organisierte Armeen Großes zu leisten vermögen. Kameraden der deutschen Armee, die Ihr während der schwersten Zeit, die je über Staaten hereingebrochen, uns die besten, treuesten und tapfersten Bundesgenossen wart, wir konzedieren Euch gerne Eure Überlegenheit in der Technik, Eure Überlegenheit in der Or- ganisation und selbst Eure bessere Führung. Doch an Opfermut und hingebungsvoller Pflichterfüllung standen wir Euch gleich, und in dieser Hinsicht könnten wir, wie an jenem weltberühmten Weimarer Dichterdenkmal, beide die Hände an den Lobeerkranz legen. Und nun hat das Weltengeschick über uns entschieden. Der zehn- fach überlegene, von den technischen und wirtschaftlichen Hilfs- mitteln der ganzen Welt gestützte Feind konnte sich den Luxus vieler Niederlagen gönnen. Uns mußte die eine große zu Boden drücken. Doch noch immer war es nicht das Schwert, das uns gänz- 512
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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