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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 342 -
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Seite - 342 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

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342 Stefan Lehr mit einem Exkurs von Tomáš Borovský und den anderen sudetendeutschen Historikern unterhielt er gute Beziehungen. Mit Wostry duzte er sich, die Eheleute Zatschek und Pirchan luden sich gegenseitig zum Tee ein. Solche Besuche sind auch mit Elisabeth (Lili) und Josef Pfitzner belegt67. Im Herbst 1938 wurden Pirchan und Wostry von ihren Gattinnen zum Historikerkongress nach Zü- rich begleitet. Wie selbstverständlich pflegte Pirchan in der Zwischenkriegszeit aber auch Kontakte zu tschechischen Mitarbeitern. Kazbunda erinnerte sich in seinen Memoiren daran, Pirchan anlässlich eines gemeinsamen Essens 1933 auf der Prager Kleinseite zu dessen Berufung zum Professor gratuliert zu haben. Öfters habe er ihn auch im Universi- tätsarchiv und im deutschen Theater getroffen68. Ebenso wie Bergl und Blaschka schrieb Pirchan seinen tschechischen Kollegen in deren Muttersprache. Im Nachlass Kazbundas finden sich ein Glückwunschtelegramm zu dessen 50. Geburtstag und ein längerer Brief, in dem Pirchan die gemeinsame Kindheit in Jitschin reflektierte69. Auch Otakar Odložilík behielt Pirchan in sehr guter Erinnerung. So ging dieser, solange er im Archiv arbeitete, von Zeit zu Zeit zu einer kurzen Unterhaltung in Pirchans Arbeitszimmer hinüber ; die Gespräche fand er jedes Mal anregend und interessant. Pirchan habe so gut tschechisch gesprochen, dass man ihn von einem geborenen Tschechen nicht habe unterscheiden können70. Im März 1935 notierte Odložilík in seinem Tagebuch, dass er am Samstag- abend bei den Pirchans zu Besuch war71. Ansonsten sind solche privaten Besuche, wie sie unter den deutschen Kollegen stattfanden, jedoch nicht belegt. Zudem sind die Kontakte zu den tschechischen Kollegen nach 1938/1939 allem Anschein nach abgebrochen72. III. An der Deutschen Universität in Prag Pirchan wurde 1921 mit seiner Arbeit zur zweiten Romreise Karls IV. für allgemeine Geschichte des Mittelalters an der Deutschen Universität in Prag habilitiert und durch einen Erlass des zuständigen tschechoslowakischen Ministeriums vom 21. Mai 1921 als Privatdozent bestätigt. Die Gutachten Hirschs, Steinherz’ und Werunskys zollten seiner 67 Else Pirchan an Lili Pfitzner 29.03. und 02.12.1935. MÚA, NL Pfitzner. 68 Mé archivní poslání ve Vídni, Bl. 148f. ANM, NL Kazbunda, K. 32. 69 Pirchan an Kazbunda, 23.01.1938. ANM, NL Kazbunda, K. 12, Inv.-Nr.  607. 70 Odložilík, Nachruf (wie Anm. 53) 114. 71 Eintragung zum 25.03.1935. Odložilík, Deníky 1 (wie Anm. 52) 653. 72 So liegen in den Nachlässen tschechischer Historiker nach 1939 keine Briefe und Postkarten Pirchans mehr vor. Václav Vojtíšek erinnerte sich, dass ihm Pirchan in der Zeit des Protektorats aus dem Weg gegangen sei. Karel Hruza, „Einige Deutsche habe ich auch wirklich gern empfangen“ – Ein Bericht des tschechischen Historikers Václav Vojtíšek aus dem Jahr 1966 über deutsche Fachkollegen in Prag, in : Bohemia. Zs. für Ge- schichte und Kultur des böhmischen Länder 49 (2009) 96–163, hier 148f.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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