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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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360 Stefan Lehr mit einem Exkurs von Tomáš Borovský aus. Wenn man bedenkt, dass Pirchan an der zweibändigen Schrift „Italien und Kaiser Karl  IV. in der Zeit seiner zweiten Romfahrt“ über zwanzig Jahre gearbeitet hat164, kann man es mit gutem Grund als sein eigentliches Lebenswerk bezeichnen165. Die Bespre- chungen von Pirchans Buch fielen einheitlich positiv aus166. Die Rezensenten zeigten sich von der Fülle des bewältigten Materials167 und der Breite der Darstellung beeindruckt. Pirchan schilderte schwerpunktmäßig das politische Geschehen, zeichnete aber auch die Persönlichkeiten des Kaisers und anderer Akteure nach und untersuchte das Itinerar der Romreise Karls. Ausführliche Exkurse zu den norditalienischen Stadtstaaten sowie Land- schafts- und Städtebilder wiesen ihn als Italien- und Kulturhistoriker aus. Mehrere Au- toren kritisierten allerdings Pirchans Ausdrucksweise ; das Buch wurde nicht als leichte Lektüre empfunden168. Pfitzner zufolge habe Zatschek das Buch mit dem Redlichs über Rudolf von Habsburg169 verglichen und somit hoch gelobt. Mayer dagegen charakteri- sierte die Arbeit laut Pfitzner nur „als fleissige Sammlung aller möglichen Details ohne grossen Gedanken“170. Aus dem Arbeitsgebiet der Habilitationsschrift gingen auch wei- tere Studien hervor. So ein kurzer Beitrag in einer Festschrift für Oswald Redlich zur Datierung der ersten drei Briefe, die Petrarca an Karl IV. geschrieben hat171. Daneben 164 Pirchans Studienreise nach Italien 1911 belegt, dass er bereits vor dem Ersten Weltkrieg mit intensiven For- schungen zu diesem Thema begann. 165 Vgl. als neuere Darstellung zum Thema Ellen Widder, Itinerar und Politik. Studien zur Reiseherrschaft Karls IV. südlich der Alpen (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii 10, Köln/Weimar/Wien 1993). Frau Widder bezeichnet in einem Schreiben vom 06.02.2011 an den Autor Pirchans Werk, welches eine ganze Reihe neuer Quellenfunde bot, als monumental und in seiner positivistischen Faktenfülle bis heute unübertroffen. 166 Václav Novotný, in : Časopis Matice moravské 54 (1930) 436–444 ; Lotte Hüttebräuker, in : NA 49 (1932) 597f.; Friedrich Bock, in : MIÖG 46 (1932) 115–117 ; Paul Piur, in : HZ 146 (1932) 549–551. Pirchan stand mit Bock und Novotný in Kontakt. Letzteren kannte er seit 1907 aus dem Archiv und be- dankte sich auf Tschechisch sehr bewegt bei Novotný für die gute Besprechung : Ich kann Ihnen in Worten nicht ausdrücken, wie glücklich ich bin für die Sympathie, die Sie über mein Buch geäußert haben. Es ist zugleich eine Äußerung ihrer wertvollen Humanität, und ich schätze diese Sympathie wie das kostbare ideale Geschenk, das ich mit dankbarem und bescheidenem Herzen annehme […]. Brief vom 30.01.1931. MÚA, NL Novotný, K. 14. 167 Piur (wie Anm. 166) 550. 168 Novotný (wie Anm. 166) 437, begann seine sonst positive Besprechung mit den Worten, dass Pirchans Buch keine leichte Lektüre sei. Laut Piur (wie Anm. 166) 551, schwankte die Diktion „zwischen stark gefühlsbeton- ter, durch Genitivvoranstellungen, Häufung von Bildern und schmückenden Beiworten ins Poetische gehobener Sprache und nüchternem Alltagston in einer […] öfters unerträglichen Weise unvermittelt hin und her“. Bock (wie Anm. 166) 115, schrieb von einer „individuell gestalteten Sprache, die zuweilen an Manieriertheit“ streife. 169 Oswald Redlich, Rudolf von Habsburg. Das deutsche Reich nach dem Untergang des alten Kaisertums (Innsbruck 1903). 170 Pfitzner an Hirsch, Prag, 20.03.1930. MÚA, NL Pfitzner. 171 Gustav Pirchan, Die Abfassungszeit der ersten drei Briefe Petrarcas an König Karl, in : MIÖG Erg.-Bd. 11 (1929) 374–385. Vgl. Pirchan an Bauer, 18.02.1928. AÖAW, NL W. Bauer.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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