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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 389 -
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Adolf Grohmann (1887–1977) 389 vier äthiopistischen Inhalts47, eine südarabischen Inschriften gewidmet48, eine die Über- setzung einer arabischen Grammatik49 sowie eine Arbeit, die sich im Vergleich verschie- dener Quellen bediente, was in weiterer Folge zu Grohmanns Hauptthematik werden sollte50. Am 16. April 1916 erfolgte die Bestätigung des Ministeriums über die Ernennung Grohmanns zum Privatdozenten51. Ab dem WS 1916/17 las Grohmann regelmäßig vier bis fünf Stunden an der Philosophischen Fakultät in der Sektion der Orientalischen Philo- logie. Im ersten Jahr las er eine zweisemestrige Einführung in die semitische Epigrafik, eine Übung zur Koranlektüre, eine Geschichte der äthiopischen Literatur sowie einen Einfüh- rungskurs ins Arabische52. Im darauffolgenden Jahr las er die Fortführung seines Arabisch- Elementarkursus, eine Übung zu Hamdānīs Ñifat Ğazīrat al-‘Arab mit Erläuterungen zu Geografie, Volkskunde und Geschichte Südarabiens und eine Vorlesung über altsüdara- bische Inschriften. Zusätzlich dazu begann Grohmann seine Lehre auf dem Gebiet der arabischen Urkundenlehre, wobei er fraglos auf das Material der Papyrussammlung Bezug nahm53. Im März 1917 konnte Grohmann eine feste Stelle an der Hofbibliothek antre- ten, er wurde nach der Pensionierung Karabačeks Leiter der orientalischen Abteilung der Papyrussammlung. Grohmann scheint in dieser Zeit überhaupt begonnen zu haben, auch mit seinen Vorlesungen die Lücke zu füllen, die durch die Pensionierung Karabačeks und seinen Tod im Oktober 1918 gerissen worden war. Karabaček hatte stets in der Sektion Geschichte eine Einführung in die arabische Paläografie gelesen, ab dem Sommersemster 1919 übernahm Grohmann diese neben seinen anderen Vorlesungen. Nicht ganz klar ist, warum im Juni 1918 eine Kommission einen Antrag auf die Erteilung eines fünfstündigen Lehrauftrages an Grohmann stellte, da sich der Umfang seines Lehrdeputats bereits auf fünf Unterrichtseinheiten belief und später auch nicht gesteigert wurde. Die Kommission 47 Adolf Grohmann, Eine Alabasterlampe mit einer Geezinschrift, in : Wiener Zs. für die Kunde des Morgen- landes 25 (1911) 410–22 ; ders., Reste einer neuen Rezension der Kindheitsgeschichte Jesu in den Ta’âmra Îyasûs, in : Wiener Zs. für die Kunde des Morgenlandes 28 (1914) 1–15 ; ders., Über den Ursprung und die Entwicklung der äthiopischen Schrift, in : Archiv für Schriftkunde I,2 (1915) 57–87 ; ders., Äthiopische Marienhymnen, herausgegeben, übersetzt und erläutert (Abhandlungen der sächsischen Gesellschaft der Wis- senschaften 68,4, Leipzig 1919). 48 Adolf Grohmann, Göttersymbole und Symboltiere auf südarabischen Denkmälern (Denkschriften ÖAW 58,1, Wien 1914) 1–104. 49 Adolf Grohmann, Il „Kitab al-âģurrûmiyyah“ (Biblioteca di Studi coloniali 17, Roma 1911). 50 Adolf Grohmann, Die im Äthiopischen, Arabischen und Koptischen erhaltenen Visionen Apa Schenutes von Atripe, in : Zs. der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 67 (1913) 187–267 und 68 (1914) 1–46. 51 Sein Habilitationsvortrag wurde später publiziert : Adolf Grohmann, Katabânische Herrscherreihen, in : Anzeiger der ÖAW, phil-hist. Kl. 53 (1916) 41–49. 52 Vorlesungsverzeichnis der Universität Wien, WS 1916/17 und SS 1917. 53 Ebd. WS 1917/18 und SS 1918.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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