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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 394 -
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394 Sibylle Wentker ten sich auf die südarabischen Quellen, die er einerseits aus dem Blickwinkel der Epi- grafik bearbeitete oder unter Zuhilfenahme späterer arabischer Quellen zu interpretieren versuchte. Auch wenn er bis zum Ende seiner Lehrtätigkeit Äthiopisch unterrichtete, so fand seine wissenschaftliche Beschäftigung mit der Äthiopistik mit der Edition von Mari- enhymnen 1919 ihr Ende78. Die Beschäftigung mit der Sammlung Glaser fand ebenfalls ihren Niederschlag in Publikationen79. Mit Nikolaus Rhodokanakis80, dem Betreuer der Sammlung, stand Grohmann in engem Kontakt und widmete ihm einen für seine Ver- hältnisse warmherzigen Nachruf, in dem er dessen Arbeit für die Sammlung nach dem Tod von D. H. Müller hervorhob und sich langer Gespräche mit Rhodokanakis über die Inschriftenmaterialen erinnerte81. V. Trotz der Breite seiner Forschungen konzentrierte sich Grohmann ab den 1920er-Jahren bis zu seinem Lebensende vollkommen auf das Studium arabischer Papyri und den dar- aus resultierenden Erkenntnissen für andere Fächer, unter anderem als eine unschätzbare Quelle für die Wirtschaftsgeschichte, die ihm eine gewissermaßen vorislamische Wirt- schaftsstruktur erschlossen, die durch die arabische Eroberung nicht zerstört worden war. Dabei schuf er bedeutende Editionen umfangreicher Bestände, die hier nur exemplarisch angeführt werden können, nämlich Papyri aus der Sammlung Erzherzog Rainer in Wien, aus dem Ägyptischen Museum in Kairo, aus den Staatlichen Museen in Berlin sowie die Sammlung seines Amtsvorgängers an der Papyrussammlung in Wien, C. Wessely82. An den Papyri erarbeitete eine allgemeine Einführung in die arabischen Papyri und mehrere grundsätzliche Aufsätze zur Papyrusforschung an sich. Auch privat lebte sich Grohmann mehr und mehr in seiner neuen Heimat ein und hatte als tschechoslowakischer Professor um die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft anzusuchen ; dem kam er 1927 nach83. 78 Grohmann, Äthiopische Marienhymnen (wie Anm. 47). 79 Etwa : Adolf Grohmann, Zur Archäologie Südarabiens, in : Handbuch der altarabischen Altertumskunde, hg. v. Fritz Hommel, Nikolaus Rhodokanakis (Kopenhagen 1927) 143–176. 80 Zu ihm vgl. F. Lochner v. Hüttenbach, Art. „Rhodokanakis Nikolaus“, in : ÖBL 9 (Wien 1988) 113f. 81 Adolf Grohmann, Nachruf Nikolaus Rhodokanakis, in : Almanach der ÖAW 96 (1946) 81–105. 82 Adolf Grohmann : Corpus Papyrorum Raineri III Series Arabica, 3 Teile in 2 Bd. (Wien 1923/24) ; ders., Arabische Papyri aus den staatlichen Museen zu Berlin, in : Der Islam 22 (1934) 1–68 ; ders., Arabic Papyri in the Egyptian Library 1–6 (Kairo 1934–1962) ; ders., Arabische Papyri aus den Staatlichen Museen zu Berlin, in : Der Islam 22 (1934) 1–68 ; ders., Arabische Papyri aus der Sammlung C. Wessely im Orientali- schen Institute zu Prag, in : Archiv Orientální 10 (1938) 149–162 ; 11 (1940) 242–289 ; 12 (1941) 1–112 ; 14 (1943) 161–260. 83 Grohmann behauptete, dass er als Professor eigentlich das Anrecht auf die Verleihung der tschechischen
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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