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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 413 -
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Karl Maria Swoboda (1889–1977) 413 die „Verbindung von Forschung und Lehre in seltener Vollkommenheit“ zu verwirklichen – eine „Vaterfigur voll von Autorität und Stabilität“8. Tatsächlich hatte Swoboda seinen professionellen Werdegang in die Spuren Dvořáks gelenkt, bei dem er 1913 in Wien mit einer Dissertation über „Das Florentiner Baptis- terium“ promoviert wurde und als dessen Assistent er seit 1914 arbeitete. 1921 hatte er schließlich die traurige Pflicht, seine tschechischen „Generations“-Kollegen der Jünge- ren Wiener Schule der Kunstgeschichte telegrafisch über das plötzliche Ableben Dvořáks und den Termin der Beisetzung zu informieren9. Swobodas folgende Jahre waren von einer intensiven Tätigkeit als Mitherausgeber der Schriften Dvořáks bestimmt. Ich bin mit der Sichtung des großen literarischen und wissenschaftlichen Nachlasses Dvořáks beschäftigt, mit dessen Herausgabe ich mit meinem Freund J[ohannes] Wilde von der Witwe betraut wurde10. Im Zusammenhang mit diesem Publikationsprojekt wurde ebenfalls die Prager Dvořák-Fraktion konsultiert – denn nicht zuletzt dank Dvořák war Swoboda auch mit der tschechischsprachigen Kunsthistoriografie recht gut vertraut11. Zu der Nachlassauf- arbeitung zählte zudem die Herausgabe der kleineren Schriften Alois Riegls, womit ein ursprüngliches Vorhaben Dvořáks und Wildes realisiert wurde12. 1934 wurde Swoboda als Ordinarius für Kunstgeschichte an die Prager Deutsche Universität berufen. In sei- ner Antrittsvorlesung in Prag stützte er sich erneut auf die Wiener Schule der „Kunst- geschichte als Geistegeschichte“, wie Dvořáks Studien zur abendländischen Kunstent- 8 So Wagner-Rieger, In Memoriam (wie Anm. 2) 5f. Karl Maria Swoboda, Geschichte der bildenden Kunst 1–9 (Wien/München 1976–1984) wurde nach schriftlichen Aufzeichnungen des Autors und Mitschrif- ten seiner Hörer realisiert. Alphons Lhotsky, Geschichte des Instituts für österreichische Geschichtsfor- schung 1854–1954 (MIÖG Erg.-Bd. 17, Graz/Köln 1954) 359, urteilt : „Swoboda ist ein vorzüglicher Lehrer, der auf seine Vorlesungen und Übungen größte Sorgfalt und Mühe wendet.“ Swobodas Prager Schülerin Jo- hanna von Herzogenberg, Bilderbogen. Aus meinem Leben (Lebensbilder zur Geschichte der böhmi- schen Länder 7, München 1999) 75, bemerkt : „Seine Studenten setzte er in der Forschung über die Kunst in Prag an, und es wurde Bedeutendes geleistet. Der Ordinarius war ein glänzender Organisator von Arbeiten, die dann auch publiziert wurden, ihre bahnbrechenden Ergebnisse sind bis heute gültig.“ 9 Swoboda an Matějček, Telegramm 09.02.1921. ANG (wie Anm. 3). 10 Swoboda an Matějček, Wien 03.03.1921. ANG (wie Anm. 3). Swoboda und Wilde gaben heraus : Max Dvořák, Kunstgeschichte als Geistesgeschichte (Studien zur abendländischen Kunstentwicklung) (München 1924, ND Berlin 1995) ; ders., Das Rätsel der Kunst der Brüder van Eyck (ND München 1925) ; ders., Geschichte der italienischen Kunst im Zeitalter der Renaissance, Akademische Vorlesungen 1–2 (München 1926/27) ; ders., Gesammelte Aufsätze zur Kunstgeschichte (München 1929). 11 Tschechischsprachige Literatur zur Kunstgeschichte sei weder in den Wiener Bibliotheken noch bei den Wiener Buchhändlern erhältlich, hieß es zur Begründung der wiederholten Buchnachfragen. Swoboda an Matějček, Wien 07.10. und 04.11.1929. ANG (wie Anm. 3). 12 Alois Riegl, Gesammelte Aufsätze, bearb. und mit einer Einleitung v. Hans Sedlmayr (Augsburg/Wien 1929).
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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