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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Karl Maria Swoboda (1889–1977) 431 bewegung, die auch das Verhältnis der „deutschen Reichskunst“ zum „Sudetengebiet“ kunstgeschichtlich als „übernationale, gesamteuropäische Mission des Deutschen Reiches nach Osten“ mit „ausgesprochen deutschem Kunstwollen“ spezifizierte98. Das Kapitel „Der deutsche Ostraum“ wurde durch Begriffe wie „kunstgeschichtliches Außeneuropa“, „Außengrenze des Abendlandes“, „Randcharakter“ eingekreist und mit Vorstellungen von „Sonderstilen“, „Verwilderung der Grundformen der Kunstwerke“, „Vervielfältigung der Einzelheiten, des Ornaments“, „Häufung der architektonischen Kleinformen“ in Verbin- dung gebracht. Eine solche Fixierung vertrat Swoboda aufgrund der neuen Erforschung des „deutschen Ostens“ seitens der Historiker. Dabei berief er sich auf Hermann Au- bin99, den ersten stellvertretenden Leiter der NOFG mit zusätzlicher Zuständigkeit für die Arbeitsgebiete Niederschlesien und Oberschlesien, der mit der SODFG am „Volks- tumsprojekt“ eng kooperierte100. Aubin war dann auch Mitarbeiter der SS-Forschungs- gemeinschaft „Ahnenerbe“ und Mitglied der Sudetendeutschen Anstalt für Landes- und Volksforschung in Reichenberg101. Es war Aubin, der 1932 mittels geopolitischer Motive befand, dass das Deutsche Reich einem angeblichen Doppeldruck von Slawen und Roma- nen seit dem Mittelalter ausgesetzt gewesen sei. Hinsichtlich des deutschen Ostens vertrat er Ansichten über angebliche „Überflutung“ durch slawische Barbaren, der entsprechende Text ist bei Swoboda als Literaturhinweis angegeben102. Auf Aubin wurde ebenfalls der Begriff „Grenzraum“ zurückgeführt, der sich auf die „Grenzraumländer der Reichsgrenze“ bezog und im Zusammenhang mit dem künstlerischen „Westostgefälle“ durch Randcha- rakterzüge ausgewiesen erschien 103. Der „Ostraumcharakter“ der Kunst im Sudetengebiet wurde von Swoboda letztlich mit den „deutschen Sonderformen“ identifiziert104. Für die Deutung des „deutschen Charakters“ dieser Kunst – das sogenannte Ausdruckmäßige, Expressive, das Formen-Umdeuten und sich Beziehen auf andere Völker – standen Pinder und dessen Charakteristik der deutschen Züge der „Kunst des deutschen Kaiserreichs“ ein105. Mit Pinder hat sich Swoboda den höchst prominenten Rückhalt in der Kunstge- schichte des „Dritten Reiches“ gesucht. Swobodas Begrifflichkeit reflektierte Pinders ei- 98 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 227–229, und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 29–31. 99 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 229–233, und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 31–35. 100 Siehe Fahlbusch, Wissenschaft (wie Anm. 38) 187 ; zur Kooperation 246. 101 Zu Aubin siehe Eduard Mühle, Für Volk und deutschen Osten. Der Historiker Hermann Aubin und die deutsche Ostforschung (Schriften des Bundesarchivs 65, Düsseldorf 2005). 102 Siehe Fahlbusch, Wissenschaft (wie Anm. 38) 69. Von Aubin wird bei Swoboda folgende Literatur an- gegeben : Hermann Aubin, Die Ostgrenze des alten deutschen Reiches. Entstehung und staatsrechtlicher Charakter, in : Historische Vierteljahresschrift 28 (1933) 225–272 ; ders., Die Erforschung der deutschen Ostbewegung (Deutsches Archiv der Landes- und Volksforschung 1, 1937). 103 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 232, und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 34. 104 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 229, und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 31. 105 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 224f., und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 26f., mit Verweis auf Wilhelm
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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