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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 438 -
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Seite - 438 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

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438 Alena Janatková teil135. In der Reihe „Ausstrahlungen“ war Swoboda für den „Sudetenraum“ zuständig. Die vorgeschlagenen Autoren und ihre Themen waren Swoboda : „Deutsche Kunst in Böhmen und Mähren“, Edmund Wilhelm Braun : „Die deutsche Bildhauerei des Barock im Sudetenraum“, Otto Kletzl : „Die Parler’sche Kunst in Böhmen und Mähren“, Jo- hann Joseph Morper : „Die deutsche Barockbaukunst in Böhmen und Mähren“, Erich Bachmann : „Die Kunstgeographie des böhmisch-mährischen Raumes“ und Hans W. Hegemann : „Die deutsche Barockbaukunst im Ostraum“. Der Gesamtplan sah im De- zember 1941 zusätzlich die Themen „Die Malerei in Böhmen und Mähren im 14. und 15. Jahrhundert“, „Deutsche Barockmaler in Böhmen und Mähren“, „Deutsche Maler des 19. Jahrhunderts in Böhmen und Mähren“ vor, spezifiziert war das Thema „Die deut- schen Barockbildhauer in Prag“136. Bis 1944 erschienen vier Bände, zwei davon wurden von Swoboda herausgegeben : Hegemanns „Die deutsche Barockkunst Böhmens“ (1943) und Heinrich Gerhard Franz’ „Die deutsche Barockbaukunst Mährens“ (1943)137. Hege- mann, seit 1932 NSDAP-Mitglied138, sah den „Böhmendeutschen“ durch das „dramati- sche Kräftespiel“ und die slawische „Wildsüße“ gestärkt hervorkommen, gleich „Rübe- zahl und sein Zwergenreich“, was Phantasien von einer Erneuerung durch die Wildheit unkultivierter „Rassen“ Ausdruck verlieh und eine landschaftliche Analogie in „wilden Felsbildungen“ hatte : soweit die „rassischen und landschaftlichen Voraussetzungen des böhmischen Barock“139. Stilgeschichtlich wurde die Auseinandersetzung mit dem Frem- den – den italienischen Bauformen wie Säule, Pilaster, Gebälk – als eine Verlebendigung und Steigerung der statischen Form umschrieben, die auch die Befreiung ganzer Kirchen- fassaden und Kirchenräume aus der vermeintlich in Erstarrung verkommenen Endform des italienisch-böhmischen Barock meinte. Die Konstruktion einer Weiterentwicklung des Barock in Böhmen mündete in Vorstellungen von „Raumverschmelzung“ mit dem „urdeutschen plastischen Gefühl für Masse“. Die Konjunktur einer „verinnerräumlichten Haltung“ des Interpreten140 – die explizit auf Pinder Bezug nahm, für den die räumliche Zentrumsbetonung eines jeden Raumjoches den alten Wesenszug deutscher Architektur 135 Siehe Aurenhammer, Sedlmayr (wie Anm. 2) 169 ; Hausmann, „Deutsche Geisteswissenschaft“ (wie Anm. 132) 184f., 187. 136 Siehe ders., Neues Quellenmaterial zum Kunstgeschichte-Programm im „Kriegseinsatz der Geisteswissen- schaften“ (1941), in : Kunstgeschichte an den Universitäten (wie Anm. 2) 231–242. 137 Zum Zusammenhang des Barockbegriffs mit der deutschsprachigen Kunstgeschichtsschreibung siehe Alena Janatková, Barockrezeption zwischen Historismus und Moderne. Die Architekturdiskussion in Prag 1890–1914 (Studien und Texte zur Geschichte der Architekturtheorie, Berlin/Zürich 2000) 131–146. 138 Siehe Mišková, Deutsche Universität (wie Anm. 115) 175. Hegemann hatte sich 1939 am Berliner kunst- historischen Institut habilitiert. 139 Siehe Hans Werner Hegemann, Die deutsche Barockkunst Böhmens (Ausstrahlungen der deutschen Kunst. Deutsche Kunst im böhmisch-mährischen Raum, München 1943) 6–8. 140 Ebd. 31f., 34.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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