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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 442 -
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442 Alena Janatková Landesmuseums vorgelegt, um vor dem Hintergrund der geographisch-naturkundlichen und insgesamt „geopolitischen“ Bedingtheiten über die seit der Urzeit […] reiche besiedlungs- und kulturgeschichtliche Vergangenheit Böhmens mit ihren vielfachen Verflechtungen, Ausstrahlun- gen und Beeinflussungen zusammenhängend und anschaulich zu unterrichten153. Die kunsthistorische Inszenierung des Dritten Reiches kam zeichenhaft in der bauli- chen Realität Prags als dem Machtzentrum des Reichsprotektors zur Anschauung. Das monumentale Czernin-Palais, das in der Tschechoslowakei dem Außenministerium zu Re- präsentationszwecken gedient hatte, wurde nunmehr vom Reichsprotektor als Außenstelle des Deutschen Reiches beansprucht. Die von Swoboda im Auftrag der Prager Deutschen Akademie der Wissenschaften initiierte Reihe „Prager Forschungen zur Kunstgeschichte“ wurde 1940 im Volk und Reich-Verlag mit Morpers „Das Czerninpalais in Prag“ als dem ersten (und einzigen erschienenen) Band eingeleitet. Die aufwendige Veröffentlichung der baugeschichtlichen Untersuchung unter anderem auf über hundert großformatigen Hochglanzfotografien – davon über die Hälfte vom „heutigen Bau“, jedoch möglichst we- nige von Pavel Janáks verpönten Umbau der Zwischenkriegszeit154 – diente letztlich den Zwecken seiner damaligen repräsentativen Funktion155. Der Handlungsraum der univer- sitären Kunstgeschichte wurde in großzügigster Weise neu definiert : Das Rudolfinum, das von der Böhmischen Sparkasse zur Förderung der Kultur Böhmens finanziert auch als Ge- mäldegalerie für die Zwecke der Sammlungen der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde einschließlich eines Kupferstichkabinetts gebaut worden war156, wurde während des Pro- tektorats neu ausgebaut. 1943 wurde es für die neu gegründete Graphische Sammlung und das Kunsthistorische Institut der Universität maßgerecht eingerichtet. Swoboda fa- vorisierte seine Vorstellung einer Zusammenführung der musealen Einrichtung mit dem Universitätsinstitut im Rudolfinum als Restitution der „alten deutschen Kunstanstalt“157. 153 Der Direktor des Pommerschen Landesmuseums an den Reichsprotektor, Stettin, 20.06.1941, Typoskript, 33 S., NA (wie Anm. 151), K. 534. 154 […] die höchst unerfreuliche Erweiterung des Czernin-Palais […] in dem hier völlig landfremden Ziegelrohbau ausgeführt […] Der Reichsprotektor an den Ministerpräsidenten in Prag, 19.09.1939, NA (wie Anm. 151), K. 535. 155 Siehe Johann Joseph Morper, Das Czerninpalais in Prag (Prager Forschungen zur Kunstgeschichte 1, Prag 1940) unpaginiertes Vorwort. 156 Siehe Jindřich Vybíral, „Městu na ozdobu, umění ke cti, sobě pro slávu“. Tři kapitoly o architektuře Rudol- fina [Der Stadt zur Zierde, der Kunst zu Ehren, sich selbst zum Ruhm. Drei Kapitel über die Architektur des Rudolfinum], in : Umění 39 (1991) 384–401. 157 Die Bildergalerie patriotischer Kunstfreunde wurde 1796 gegründet, ihre Sammlungen zogen 1885 in das Rudolfinum um, 1929 mussten sie jedoch ausziehen, zum neuen provisorischen Ausstellungsort wurde 1931 die Stadtbibliothek am Marienplatz, siehe Obrazárna v  Čechách 1796–1918. Katalog výstavy, uspořádané Národní galerií v Praze u příležitosti dvoustého založení Obrazárny Společnosti vlasteneckých přátel umění v  Čechách [Die Bildergalerie in Böhmen. Katalog der Ausstellung, organisiert von der Nationalgalerie in Prag
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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