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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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446 Alena Janatková richs, vollzogen173. Damit wurde unter äusserer Wahrung der Autorität des Staatspräsiden- ten das staatspolitisch wichtigste Denkmal unter die deutsche Führung Swobodas gestellt. Und sogar die deutschen Sachverständigen aus dem Amt des Denkmalamtes sollten nur beratend hinzugezogen werden. Für seine Amtsführung ließ sich Swoboda im Schwar- zenbergpalais in der Prager Innenstadt ein Arbeitszimmer einrichten. Das mit weiteren Schwarzenberg’schen Besitztümern als „staatsfeindliches Vermögen“ konfiszierte Palais174 hatte er allerdings schon früher zum Wohnsitz erwählt, wie dies die neue Anschrift des Direktors des Kunsthistorischen Instituts im Vorlesungsverzeichnis für das WS 1942/43 ausweist175. Um die deutschen Interessen im Dombauverein des Prager Veitsdomes zu vertreten, wurde Sowboda zusammen mit Professor [Karl Friedrich] Kühn als Vertreter des Denkmalamtes und Obersektionsrat Kraus als Vertreter des Schulministeriums in dessen Kunst-Sektion tätig ; auf Swobodas Anfrage hin wurde dann die Aufnahme der Genannten in das übergeordnete Direktorium des Dombauvereins erwirkt176. Nach der Aufhebung der Stiftung „Moderne Galerie“ beantragte Swoboda, den bisher vom Unterzeichneten als dem Kurator der Deutschen Sektion der Modernen Galerie verwalteten reichseigenen Kunstbesitz in der Landesgalerie Prag gesondert zu verwalten177. Der Auftrag – in wört- licher Übernahme von Swobodas Formulierung – den bisher im Rahmen der Deutschen Sektion der aufgelösten Modernen Galerie von Ihnen verwalteten reichseigenen Kunstbesitz von jetzt an im Rahmen der Böhmisch-Mährischen Landesgalerie gesondert zu verwalten, wurde am 26. November 1942 durch den Reichsprotektor erteilt178. Allerdings wurde Swobodas an das deutsche Staatsministerium gerichtete Anliegen, als Verwalter des reichs- eigenen Kunstgutes in Böhmen und Mähren […] einen Rundstempel mit dem Hoheitszeichen und der Umschrift „Verwalter des reichseig. Kunstgutes in B. und M.“ führen zu dürfen, nicht in der gewünschten Form aufgenommen179. Es hieß, daß Swoboda nicht Leiter einer selbständigen Reichsdienststelle mit hoheitlichen Funktionen sei180 – eine Einschränkung, die auch den mit dem „Kriegsverdienstkreuz II. Kl.“ für die Neugestaltung des Museumswe- 173 Von Both, 06.1943. NA (wie Anm. 145), K. 537. 174 Die von der Staatspolizeistelle Linz ausgesprochene Beschlagnahme des Schwarzenbergschen Vermögens soll nach der Entscheidung des Führers auch hinsichtlich der im Protektorat gelegenen Vermögensteile aufrecht erhalten blei- ben. Der Leiter der Gruppe Justiz I/9 E I 14/41 g, Prag, 23.04.1941. NA (wie Anm. 145), K. 536. Das Heeresmuseum hat das Schwarzenberg-Palais am Hradschin übernommen […] Heeresmuseum Prag an den Treuhänder der Schwarzenberg’schen Besitzungen, Prag, 31.10.1941. NA (wie Anm. 145), K. 535. 175 Winter-Semester 1942/43, 104 . UAP (wie Anm. 75). 176 Swoboda an den Reichsprotektor, Prag, 02.06.1942. NA (wie Anm. 145), K. 537. 177 Swoboda an den Reichsprotektor, Prag, 13.11.1942. NA (wie Anm. 145), K. 535. 178 Von Both an Swoboda, Prag, 26.11.1942. NA (wie Anm. 145), K. 535. 179 Swoboda an von Both, Prag, 27.11.1943, Swoboda. NA (wie Anm. 145), K. 535. 180 Abteilung I. An die Abteilung III. im Hause, Prag, den 31. Dezember 1943. NA (wie Anm. 145), K. 535.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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