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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 494 -
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494 Wolfram Ziegler den Fortschritt der Erkenntnis naturgemäß als teilweise überholt zu gelten haben15. Zwar legte Klebel noch einige weitere kunsthistorische Arbeiten vor, die jedoch als fachlich we- niger geglückt angesehen werden16. Was Klebels historische Arbeiten anbelangt, können von diesen nur einige wenige besprochen werden17. Mit einem Stipendium des IÖG konnte Klebel 1920 in Graz für die Regesta Habs- burgica arbeiten und in Kärnten epigrafische Denkmäler untersuchen18. Bekannt wurde er aber mit seinem Aufsatz über „Eine neuaufgefundene Salzburger Geschichtsquelle“ aus dem Jahr 192119. Die Anregung dazu soll in einer Lehrveranstaltung Theodor May- ers, der damals als Privatdozent in Wien unterrichtete, gekommen sein20 : „Von seinen Seminarübungen 1920/21 über die österreichische Annalistik hat Ernst Klebel die An- regung zu seiner großen, schwierigen Studie über diesen Gegenstand empfangen.“21 Klebel legte dann eine erste Edition dieser Quelle, die sich in einem Admonter Codex befindet, vor. Dieser sollte dann eine weitere in den MGH folgen, die kein Geringerer als Harry Bresslau, der sich bereits 1922 mit Klebels Aufsatz auseinander gesetzt hatte, besorgte22. Bresslau hatte diese Edition auf Bitten Wilhelm Erbens, des Onkels von Kle- bel, in Angriff genommen. Der Ablauf der Entdeckung der Quelle ist schnell geschildert. Alphons Lhotsky berichtet, dass bereits Karl Uhlirz den Codex untersucht hatte, dessen Bedeutung jedoch nicht erkannt habe. Zuvor habe der Admonter Bibliothekar Jakob Wichner in einem Handschriftenkatalog schon auf den Codex hingewiesen23. Klebel sei 15 Interview (wie Anm. 14). Es handelt sich um folgende Arbeiten : Ernst Klebel, Friedrich Wimmer, Das Grabmal Friedrichs des Dritten im Wiener Stephansdom (Österreichs Kunstdenkmäler 1, Wien 1924) ; Ernst Klebel, Das alte Chorgestühl zu St. Stephan in Wien (Österreichische Kunstdenkmäler 4, Wien 1925). Klebels Dissertation : Die spätgotischen Schnitzaltäre Österreichs (Wien Diss. 1918), war dem Verfasser nicht zugänglich und auch Hermann Fillitz, Interview (wie Anm. 14) nicht bekannt. 16 Interview (wie Anm. 14). Siehe z.B. Ernst Klebel, Jakob Prandtauer (Manuskript St. Pölten 1944). 17 Ein Schriftenverzeichnis Klebels findet sich in : Ernst Klebel, Probleme der bayerischen Verfassungsge- schichte (Schriftenreihe zu bayerischen Landesgeschichte 57, München 1957) 481–484. 18 Lhotsky, Geschichte des Instituts (wie Anm. 2) 304. 19 Ernst Klebel, Eine neuaufgefundene Salzburger Geschichtsquelle, in : Mitteilungen der Gesellschaft für Salz- burger Landeskunde 61 (1921) 1–22. ND in Ernst Klebel, Probleme der bayerischen Verfassungsgeschichte (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 57, München 1957) 123–143. Hier wird die Ausgabe von 1921 zitiert. 20 Zu Mayer zuletzt Helmut Maurer, Theodor Mayer (1883–1972). Sein Wirken während der Zeit des Natio- nalsozialismus, in : Österreichische Historiker (wie Anm. 2) 493–530. 21 Lhotsky, Geschichte des Instituts (wie Anm. 2) 345. 22 Annales ex Annalibus Iuvavensibus antiquis excepti, hg. v. Harry Bresslau (MGH SS 30/2, Leipzig 1934) 727–744. Schon 1922 hatte sich Bresslau mit dem Quellentext befasst, siehe ders., Die ältere Salzburger Annalistik (Abh. Berlin 2, Berlin 1923) 3–63. 23 Codex Admontensis Nr. 718.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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