Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 495 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 495 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Bild der Seite - 495 -

Bild der Seite - 495 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Text der Seite - 495 -

Ernst Klebel (1896–1961) 495 aber der Erste gewesen, der die Bedeutung erkannt habe24. Emil Ottenthal, der Direktor des IÖG, stellte Klebel im Juli 1921 ein Beglaubigungsschreiben aus und machte dafür 1000 Kr[onen] flüssig, damit Klebel den Codex in Augenschein nehmen und beurteilen könne25. In seinem Aufsatz erkannte dieser, dass die Handschrift aufgrund der Ortho- grafie auf das 12. Jahrhundert weise, man es aber mit einer frühmittelalterlichen Über- lieferung zu tun habe. Er verzichtete zwar darauf, „den Urtext zu rekonstruieren“, fügte aber jeweils in Klammer ergänzend „andere Handschriften“ ein26. Bresslau erstellte in seiner Studie ein auf Klebels Arbeit beruhendes Stemma, nach welchem dessen Fund auf ältere Salzburger Annalen (741–824) und eine fränkische Annalen-Komposition (725– 829) zurückgehe und verfuhr wohlwollend mit der Arbeit des jungen Historikers27. So meinte er, dass die Edition „mit einem gelehrten und höchst fleißigem Kommentar“ ausgestattet sei, und führte dann weiters aus, dass, „was in dieser Publikation eines jun- gen Mannes geleistet worden ist, die Kritik dessen, was man anders gemacht zu sehen wünschte, ganz zurücktreten darf“28. Die Annales Iuvavensis maximi beziehungsweise die Annales ex annalibus Iuvavensibus, wie Bresslau sie in der MGH-Edition schließ- lich nannte, sind eine der bedeutendsten Quellen zur frühmittelalterlichen bayerischen (und österreichischen) Geschichte. Es findet sich dort etwa zum Jahr 881 die erste alt- hochdeutsche Nennung von Wenia (Wien), die sich allerdings auch auf den Wienfluss beziehen könnte29. Schließlich enthält der von Klebel edierte Text bei der Nennung der 24 Alphons Lhotsky, Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs (MIÖG Erg.-Bd. 19, Graz/ Köln 1963) 145. 25 Burkhard Klebel, NL EK, Dekret Ottenthals auf Weisung des BMU vom 14.07.1921 : In Gemässheit der all- gemeinen Weisung des Bundesministeriums für Unterricht vom 14. Mai 1921 […] werden Sie beauftragt, die für die österreichischen Annalen wichtigen Handschriften der Stiftsbibliotheken in St. Peter in Salzburg und in Admont einer näheren Untersuchung zu unterziehen. 26 Klebel, Geschichtsquelle (wie Anm. 19) 34. 27 Bresslau, Annalistik (wie Anm. 22). Das bestätigte auch noch Lhotsky, Quellenkunde (wie Anm. 24) 146. 28 Bresslau, Annalistik (wie Anm. 22) 3. Ebd. 4, berichtet Bresslau von Erben gebeten worden zu sein, die Edition für die MGH zu übernehmen. 29 Klebel, Geschichtsquelle (wie Anm. 19) 37 : Primum bellum cum Vngaris ad Weniam. Vgl. dazu Peter Csen- des, Art. „Wien“, in : Lexikon des Mittelalters 9 (München 1998) Sp. 81, und ders, Das Werden Wiens – Die Siedlungsgeschichtlichen Grundlagen, in : Wien. Geschichte einer Stadt. Von den Anfängen bis zur ersten Türkenbelagerung (1529), hg. v. dems., Ferdinand Opll (Wien/Köln/Weimar) 62. Klebel, Geschichts- quelle (wie Anm. 19) S. 49f. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein Hydronym vorliegt, ist jedenfalls wesentlich größer, da ansonsten mit einem Kopulativkompositum im Sinne von Weniaburc (Wienburg) zu rechnen wäre. Siehe etwa die Erstnennung der Anesispurch bzw. Anesapurhc (Ennsburg) in einem Diplom Ottos II. von 977 : MGH Diplomata regum et imperatorum germaniae 2. 1. Die Urkunden Otto des II., hg. v. Theodor Sickel (Hannover 1888) Nr. 167 a und b und der Stirapurhc (Steyrburg) (zwischen 985 und 991) in den Traditionen des Hochstifts Passau, hg. v. Max Heuwieser (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte NF 6, München 1930) Nr. 93, 82. Andere Ansicht bei Herwig Wolfram, Salzburg, Bayern und Österreich. Die Conversio Bagoariorum et Carantanorum und die Quellen ihrer Zeit (MIÖG Erg.-Bd. 31, Wien/München
zurück zum  Buch Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2"
Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Österreichische Historiker