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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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496 Wolfram Ziegler Schlacht von Pressburg (907) auch die erste Nennung dieses Ortes30. Hinzu kommt die berühmte „regnum Theutonicorum“-Nennung zum Jahr 920 : Bavvarii sponte se reddi- derunt Arnolfo duci [sc. Herzog Arnulf von Bayern, 907–937] et regnare eum fecerunt in regno Teutonicorum31. Im entsprechenden Zeithorizont kann dies kaum als „im Reich der Deutschen“ aufgefasst werden. Es war Herwig Wolfram, der zu bedenken gab, dass es um den Herrschaftsbereich Arnulfs ging, der an slawische, wie auch romanische Ge- biete heranreichte, hier also nicht die „Deutschen“, sondern die deutsch sprechenden 1995) 123 (mit der älteren Literatur), der ausführt, dass in der Quelle Flüsse, deren Identifizierung Probleme bereiten hätte können – wie etwa Seine, Inn und Lech – explizit als solche bezeichnet werden und man mit „aller gebotenen Vorsicht“ die Wenia-Nennung auf den Ort beziehen könnte. 30 Klebel, Geschichtsquelle (wie Anm. 19) zu 907, 37 : Brezalauspure, in den MGH SS 30/2 zu 907, 742 : Brezalauspurc. Die Lesung -purc von Bresslau ist richtig, vgl. etwa die Abbildung bei Bernhard Zeller, Nur die Annales Iuvavenses maximi nennen den Ort der Schlacht von 907 : „Brezalauspurc“ (mit Abbildung), in : Schicksalsjahr 907. Die Schlacht bei Pressburg und das frühmittelalterliche Niederösterreich, hg. v. Roman Zehetmayer (Eine Ausstellung des Niederösterreichischen Landesarchivs in der Kulturfabrik Hainburg, St. Pölten 2007) 180. Klebel spricht im Anmerkungsapparat – Klebel, Geschichtsquelle (wie Anm. 19) 51 Anm. 115 – im Übrigen richtig von Brezalauspurc, was demnach wohl auf einen Flüchtigkeitsfehler hindeutet. Ebendort meint er zudem : „Also auch dieser Ort entstammt samt seinem deutschen Namen der vormagyarischen Zeit.“ Dazu folgende Überlegungen. Man kann hier zunächst nur von einer althochdeut- schen Namensform, die wohl zudem eine Fremdbezeichnung war, sprechen. Zur purc-Nennung siehe den Art. „Burg“, in : Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch 2. Biermörder-Dwatsch (Leipzig 1860, ND 1984) Sp. 534. Es handelt sich bei der Ortsnennung zudem um ein Possessivkompositum, dessen ers- ter Teil Bresalaus die latinisierte Form eines slawischen Fürstennamen ist, wie es etwa auch bei Vladislav/ Wladislaus, Venceslav/Wenceslaus der Fall ist. 892 hatte König Arnulf mit Fürst Brazlavo von Siscia (Sissek, in Kroatien) einen Kriegszug nach Moravien geplant, siehe die Annales Fuldenses zu 892, hg. v. Friedrich Kurze und Heinrich Haefele (MGH SS rerum Germanicarum, Hannover 21881) 121f. In ihm sehen Kurt Reindel, Die bayerischen Luitpoldinger. 893–989 (Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte NF 11, München 1953) Nr. 45, und Wolfram, Salzburg (wie Anm. 29) 92, den wahrscheinlichen Gründer von Brezlauspurch. Zuletzt beschäftigte sich aus onomastischer Sicht Pavol Žigo, Bratislava-Braslavespurch/ Preßburg (Prešporok)/Pozsony, in : Österreichische Namenforschung 29/1–2 (2001) 219–223, mit der Frage der Herkunft der verschiedenen Namensformen. Er führt aus, dass das Urbanonym *Braslav-j grad, die älteste slawische Form sei. Dies ist tatsächlich anzunehmen. Die slawische Namensform gehe wohl auf die Zeit vor Moimir I. (um 830–846), der durch die Angliederung des Fürstentums Neutra das sogenannte Großmähri- sche Reich begründete, zurück. Denn schon zuvor werde ein slawischer Fürst die Burg, aus der das heutige Pressburg hervorging, errichtet haben. Brezalauspurc wäre daher, wie auch alle späteren nicht slawischen Na- mensformen, eine Übertragung des oben genannten Urbanonyms. Ausführlich zur Schlacht von Preßburg Zdeněk Měřínský, České země od příchodu Slovanů po Velkou Moravu 2 (Dějiny Českých zemí, Praha 2006) 957–962. Siehe zuletzt zu dieser Problematik : Bitka pri Bratislave v roku 907 a jej význam pre vývoj stredného Podunajska : zborník príspevkov z kolokvia, hg. v. Tatiana Štefanovičová, Drahoslav Hulínek (Bratislava 2008). 31 Zu Arnulf siehe Ludwig Holzfurtner, Gloriosus dux. Studien zu Herzog Arnulf von Bayern (907–937) (München 2003).
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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