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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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502 Wolfram Ziegler betrieben57. Klebel befand sich fachlich fortan hauptsächlich im Umfeld Mayers, der, nach 1945 seiner Ämter enthoben, mit anderen seit 1951 begann, den Konstanzer Ar- beitskreis für mittelalterliche Geschichte aufzubauen, auf dessen Kongressen Probleme der mittelalterlichen Reichs- und Landesgeschichte behandelt und in der Reihe „Vor- träge und Forschungen“ publiziert wurden58. Klebel gehörte zwar nicht zu dessen Grün- dungsmitgliedern, nahm aber immer wieder an den Tagungen auf der Insel Reichenau teil und hielt dort insgesamt zehn Vorträge59. Der jüngeren Mediävistik und schon gar der interdisziplinären Forschung konnte oder wollte er sich aber nicht mehr öffnen60. Stimmung gegenüber Pius XII. bestanden haben. […] Wie wird sich der jetzige Papst gegen Deutschland stellen ? Er ist ausgesprochener Italiener, während Pius XII. mehr aristokratischer Römer war. Das wissen Sie doch alles viel genauer. 57 Über den Linzer Historikertag des Jahres 1951 meinte Mayer brieflich gegenüber Klebel Folgendes : StadtA Konstanz, NL ThM, K. 4, Brief Mayers an Klebel vom 13.11.1951 : Der beste Vortrag war der von [Otto] Brunner, wurde mir gesagt. [Leo] Santifaller kam nicht, die Staatsarchivangelegenheit hat ihm wohl die Stimme verschlagen. Mit der „Staatsarchivsangelegenheit“ bezog sich Mayer auf den Raub von silbernen und goldenen Siegelkapseln, Silberdeckeln, Silberschalen, Golddeckeln und Urkunden aus dem Haus-, Hof- und Staatsar- chiv durch dessen stellvertretenden Leiter Heinz Grill. Zu Santifaller, dem Generaldirektor des Staatsarchivs siehe oben Anm. 3. Zu diesem Kriminalfall vgl. Michael Hochedlinger, Thomas Just, „Diese Diebstähle sind einzig in der Geschichte aller Archive der Welt“. Die Affäre Grill 1951–1953, in : MIÖG 113 (2005) 362–388, hier 373–378. Ein wiederkehrendes Thema blieben auch die MGH, siehe StadtA Konstanz, NL ThM, Brief Klebels an Mayer vom 13.12.1957 : Welche Meinung Sie über [Herbert] Grundmann als Monu- menta-Chef bekommen werden, würde mich ebenfalls interessieren. Der „Schwefel“ breitet sich immer mehr aus. Heimpel war am 8.12. hier, tat sehr gemütlich und gnädig und deutete an, daß er Lust hätte, mich zur Germania Sacra zu zitieren ; woran ich nicht denke. Grundmann war seit 1957 Präsident der MGH. Zu ihm siehe Arno Borst, Herbert Grundmann (1902–1970), in : DA 26 (1970) 327–353. 58 Verwiesen sei hier auf Traute Endemann, Geschichte des Konstanzer Arbeitskreises. Entwicklung und Struk- turen 1951–2001 (Veröff. des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte aus Anlaß seines fünf- zigjährigen Bestehens 1951–2001, Stuttgart 2001). Aufgrund der Biografie Mayers hatten es allerdings Vertre- ter der MGH zunächst nicht leicht, zu den Tagungen des Arbeitskreises eingeladen zu werden, siehe Johannes Fried, Konstanz und der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, in : Vierzig Jahre Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte (Sigmaringen 1991) 11–28, hier 14. 59 Die Gründungsmitglieder sind aufgelistet bei Stefan Weinfurter, Standorte der Mediävistik. Der Konstan- zer Arbeitskreis im Spiegel seiner Tagungen, in : Die deutschsprachige Mediävistik (wie Anm. 36) 9–38, hier 9 Anm. 3 und 10. 60 Man kann zahllose Beispiele historischer Forschung anführen, die Klebels Fachgebiet berührten, von ihm aber nicht rezipiert wurden. Zu bedenken sind dabei zwar auch die damaligen schwierigen Umstände der Beschaf- fung entlegener Literatur. Jedoch müssten etwa die folgenden sowie zahlreiche andere Werke in den 1950er- Jahren in München erreichbar gewesen sein : Ferdinand Lot, Les invasions germaniques : la pénétration mu- tuelle du monde Barbare et du monde Romain (Paris 1939) ; ders., Études carolingiennes 1. Les Comtes d’Auvergne entre 846 et 877 (Paris 1942) ; 2. Les Comtes d’Autun entre 864 et 878 (Paris 1942) ; Heinrich Fichtenau, Mensch und Schrift im Mittelalter (Veröff. des IÖG 5, Wien 1946) ; Georges Dumézil, Mythes et dieux des Germains. Essai d’interprétation comparative (Paris 1939).
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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