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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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510 Wolfram Ziegler Klebel hingegen war weiterhin auf seine akademische Karriere konzentriert. Der ange- sprochene Entzug der Habilitation hatte zunächst jedoch seine Ziele in weite Ferne rücken und für erreichbar Gehaltenes zu Makulatur werden lassen. Am 7. April 1933 war Klebels Onkel Wilhelm Erben, der ordentlicher Professor für Geschichte des Mittelalters und His- torische Hilfswissenschaften an der Universität Graz gewesen war, verstorben99. Anton Mell, der ein Ordinariat für österreichische Geschichte an derselben Universität inne hatte, wollte Klebel als Nachfolger Erbens durchsetzen, fragte bei diesem aber im September 1934 nach, was seine Habilitation genau umfasse und ob er, was Mell gerüchteweise gehört habe, eine Berufung nach Salzburg anzunehmen gedenke100. Klebel antwortete Mell aus- führlich, eine Berufung war aber nunmehr unmöglich101, obwohl Klebel an anderer Stelle berichtet, auf dem Berufungsvorschlag für die Nachfolge Erbens gestanden zu sein102. Klebels politische Position zwischen Rechtskatholizismus und Deutschnationalismus wurde bereits erwähnt. Als Klebel 1934 Österreich nun Richtung Deutschland verließ, soll sich umgekehrt sein Umgang mit ebendiesen katholischen Kreisen laut Eigenaussage negativ ausgewirkt haben. Denn Theodor Mayer habe ihm, so Klebel, während seiner Vertretungsprofessur in Frankfurt, und auch in Bezug auf eine Berufung nach Freiburg im Breisgau sehr geschadet, indem er ihn in die Nähe klerikaler Kreise gerückt habe103. 99 Siehe Österreichische Geschichtswissenschaft (wie Anm. 3) 116. 100 Am 24.09.1934 wandte er sich brieflich an Klebel : Verehrter Herr Kollege ! Mit der Ausarbeitung eines Dreier- vorschlags für die Besetzung der Lehrkanzel nach wld. Ihrem Onkel W. Erben beschäftigt, möchte ich Ihnen ver- traulich mitteilen, daß ich beabsichtige auch Ihre Persönlichkeit hierbei in Betracht zu ziehen. Zunächst allerdings nur von meinem Standpunkte aus ; den der Mitglieder der akad. Kommission 227, die erst im Laufe des Okt. zusammentreten dürfte, kenne ich nicht. […] Außerdem erlaube ich mir die Frage, ob Ihre venia legendi für mitt- lere Geschichte und für historische Hilfswissenschaften lautet. Weiters, ob das „Gerücht“ von Ihrer demnächst be- vorstehenden Berufung an die Salzb. Universität begründet ist oder nicht. Siehe Burkhard Klebel, NL EK, Brief Mells an Klebel vom 24.09.1934. Eine Berufung nach Salzburg kam nicht zustande. Zu Mell siehe Gernot Obersteiner, Anton Mell (1865–1940). „Homo styriacus“ und „deutsches Vaterland“, in : Österreichische Historiker (wie Anm. 2) 97–124. 101 Burkhard Klebel, NL EK, Brief Klebels an Mell vom 06.10.1934. 102 UAR, Philosophisch-Theologische Hochschule, 186/2 Klebel, Lebenslauf (Typoskript) : Mehrfach war ich auf Berufungslisten für Professuren, 1934 im Herbst in Graz […]. 103 OÖLA, NL IZ, Schachtel 3, Klebel an Zibermayr, St. Pölten 03.06.1944, fol. 3 : Aus Mayers seitherigem Verhalten, seinen Briefen wie seinen Redereien ‚über mein Ungeschick‘ sehe ich bloß, dass ich ihm irgend ein sehr verwickelt gesponnenes Netz zerrissen haben muß. Das war kaum für mich günstig. [Karl Gottfried] Hugelmann meinte, Du wüsstest wahrscheinlich nicht, wie Mayer sich im Altreich gegen mich benahm. Schon als ich 1934 nach Frankfurt kam, fand es Mayer für nötig, den Rektor [Walter] Platzhoff darauf aufmerksam zu machen, ‚wie klerikal‘ ich sei. 1937 wollte das Min. (Engel) mich nach Freiburg auf [Julius von] Fickers Kanzel bringen. Der Rektor [Friedrich] Metz war dafür u. nach Angabe von Engel wie von Hugelmann, denen ich in der Hinsicht absolut vertrauen kann, weil´s Engel aus den Akten, Hugelmann von Mayer selbst weiß, war es Mayer, der es mit allen Mitteln zu verhindern wusste. Zu Hugelmann siehe Österreichische Geschichtswissenschaft (wie Anm. 3) 197 ; zu Ficker siehe ebd. 122.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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