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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Ernst Klebel (1896–1961) 513 gen aussprachen112. Klebel selbst gibt in einem später verfassten tabellarischen Lebenslauf aber an, 1937 als praktizierender Katholik nicht mehr beschäftigt worden zu sein113. Neben den Versuchen, eine Professur zu erhalten, ist noch auf die finanzielle Unter- stützung Klebels durch die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und ihre Ab- teilung der Österreichisch-Deutschen Wissenschaftshilfe, das heißt der Deutschen For- schungsgemeinschaft (DFG), hinzuweisen. Zwischen dem 13. November 1934 und dem 24. März 1937 sind elf Schreiben der DFG erhalten, die Klebel jeweils Stipendien für die Bearbeitung des Schwabenspiegels zusprachen. Bereits das zweite Schreiben ist ge- zeichnet von Dr. Suchenwirth114. Es handelt sich dabei um Richard Suchenwirth, der am 4. Mai 1926 in den Wiener Sophiensälen die österreichische Hitlerbewegung (NSDAP) mitbegründet hatte, 1934 aus Österreich geflohen, amtierte er als Standartenführer der Österreichischen Legion sowie als Geschäftsführer der Reichsschrifttumskammer115. Er arbeitete im Rahmen der Österreichisch-Deutschen Wissenschaftshilfe ehrenamtlich als Referent der DFG und versorgte illegale Nationalsozialisten mit Stipendien116. Klebel 112 UAF Abt. 4 Nr. 1379, pag. 4, Schreiben (Abschrift, gezeichnet Glunz) der Philosophischen Fakultät der Uni- versität Frankfurt an den Reichs- und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 29.04.1937 : Die Fakultät hat auch seinerzeit, als Herr Klebel den einen Lehrstuhl für Geschichte hier ver- trat, trotz der Vorzüge dieses Dozenten nicht zu der Ueberzeugung gelangen können, daß dieser sich in das Ganze gut eingefügt und hervorragend bewährt habe. Allerdings heißt es ebendort zuvor : Ein Bedürfnis nach Erteilung eines Lehrauftrages für Siedlungs- und Verfassungsgeschichte Bayerns und Oesterreichs besteht bei der Fakultät nicht. Fakultät und Universität haben im Einvernehmen mit der Stadt Frankfurt vielmehr stets Wert darauf gelegt, die Verbundenheit gerade mit der rhein-mainischen Landschaft auch in der Forschungsrichtung eines ihrer Histo- riker zum Ausdruck kommen zu lassen […]. In der Sache ähnlich klingt das Schreiben Platzhoffs an denselben Minister vom 30.04.1937, siehe UAF Abt. 4 Nr. 1379, pag. 4. 113 UAR, Philosophisch-Theologische Hochschule, 186/2 Klebel : Lebenslauf (Typoskript). Terminus post quem ist das Jahr 1957, was sich aus dem ebendort angeführten, summarischen Schriftenverzeichnis ergibt. 114 Burkhard Klebel, NL EK : Typoskripte der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Deutsche For- schungsgemeinschaft an Klebel vom 13.08.1934, 22.10.1934 (gezeichnet : Dr. Suchenwirth), 13.11.1934 (ge- zeichnet : Dr. Suchenwirth, Herzliche Grüße), 13.11.1935, 07.03.1936, 14.3.1936 (gezeichnet : Suchenwirth), 10.06.1936 (gez. Suchenwirth.), 10.06.1936 (gez. Suchenwirth), 29.08.1936, 08.09.1936 (gez. Suchenwirth), 12.12.1936, 24.03.1937. 115 Art. Sophienbad, in : Historisches Lexikon Wien 5 : Ru–Z, hg. v. Felix Czeike (Wien 1997) 252. Suchen- wirth war Historiker und hatte u.a. folgende Studien verfasst : Deutsche Geschichte. Von der germanischen Vorzeit bis zur Gegenwart (Leipzig 1937) ; Das Tausendjährige Österreich (München 1937) ; Das Buch von der deutschen Ostmark (Leipzig 1938). Zur Forschungsgemeinschaft siehe Notker Hammerstein, Die deutsche Forschungsgemeinschaft in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Wissenschaftspolitik in Republik und Diktatur 1920–1945 (München 1999) und vor allem Sören Flachowsky, Von der Notge- meinschaft zum Reichsforschungsrat. Wissenschaftspolitik im Kontext von Autarkie, Aufrüstung und Krieg (Studien zur Geschichte der deutschen Forschungsgemeinschaft 3, Stuttgart 2008). Beide Studien erwähnen Suchenwirth allerdings nicht. 116 Schriftliche Auskunft von Sören Flachowsky (Berlin) vom 27.09.2010 : Suchenwirth war von der DFG mit der ehrenamtlichen Leitung der Österreichisch-Deutschen Wissenschaftshilfe betraut worden. Er war für die „politische
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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