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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 514 -
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514 Wolfram Ziegler kannte ihn schon aus der Zeit vor 1934117. In einem Schreiben der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft vom 22. Oktober 1934 teilte ihm Suchenwirth zwar mit, dass aufgrund einer Verfügung der Devisenbewirtschaftungsstelle vom 20. Oktober 1934 […] die Genehmigung zum Erwerb von Devisen nicht mehr erteilt worden [sei]. Das stellte insofern ein Problem dar, da Klebel damals noch in Kritzendorf bei Wien lebte. Suchenwirth fügte jedoch handschriftlich hinzu : Bemühe mich noch um eine günstig[e] Regelung, fürchte aber Mißerfolg !118 Keine drei Wochen später war Klebel allerdings ohnehin in Frankfurt und bekam sein Stipendium bewilligt119. Beide kannten sich demnach mit Sicherheit verhält- nismäßig gut. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde zudem der Widerruf der Zulassung Klebels als Pri- vatdozent am 31. Oktober 1938 außer Kraft gesetzt120. Er wurde zudem zum Dozenten neuer Ordnung ernannt121. Eine universitäre Karriere gelang Klebel in der „Ostmark“ aber nicht mehr, obwohl das sein erklärtes Ziel gewesen sein dürfte. Denn ein Extraordinariat für historische Hilfswissenschaften in Berlin, das ihm vor dem 30. Juli 1938 angeboten worden Würdigkeit“ der von der DFG geförderten Personen verantwortlich. Siehe dazu auch BAB R 73/13476, Brief von Prof. Dr. Richard Suchenwirth (Mitglied des Reichskultursenats und Rektor der Hans Schemm-Hoch- schule für Lehrerbildung in Pasing vor München) an das Auswärtige Amt, z. Hd. Herrn Konsul Rother vom 06.04.1936 : Betr. : Österreichisch-Deutsche Wissenschaftshilfe. Die Österreichisch-Deutsche Wissenschaftshilfe bittet wie im vergangenen Jahr auch im kommenden um Förderung ihrer Zwecke. Sie unterstützt in Österreich nationale junge Forscher, die ihrer nationalsozialistischen Einstellung wegen keine Anstellung bekommen oder eine solche verloren haben. Nur durch die Stipendien, die die Österreichisch-Deutsche Wissenschaftshilfe verleiht, ist es diesen Wissenschaftlern möglich, im Lande zu bleiben. Mit Rücksicht auf die große Gefahr der nach Österreich zielenden kulturpolitischen Bestrebungen Italiens, Frankreichs, der Tschechoslowakei und der deutschfeindlichen Haltung der österreichischen Regierung ist es ein dringendes Gebot, die nationale Wissenschaft und ihre jungen Kräfte in Österreich zu erhalten. Der gesamtdeutschen Idee kann in Österreich am besten und unauffälligsten durch kulturpolitischen Einsatz geholfen werden. Die Österreichisch-Deutsche Wissenschaftshilfe ist sich dieser Auf- gabe dem Nationalsozialismus gegenüber voll bewusst. Die Mittel der Österreichisch-Deutschen Wissenschaftshilfe werden vornehmlich für die Verleihung von Forschungsstipendien, weniger für Druckzuschüsse gewährt, so dass sie unmittelbar der Lebenshaltung zugute kommen. Mit Rücksicht auf die grosse aussenpolitische Bedeutung der Zwecke der Österreichisch-Deutschen Wissenschaftshilfe bitten wir das Auswärtige Amt, womöglich die Zuschüsse des vergangenen Jahres auf RM 40.000,-- […] aufrunden zu wollen. Für eine möglichst baldige Bewilligung wäre die Österreichisch-Deutsche Wissenschaftshilfe besonders dankbar, damit sie erfolgreich an die Weiterarbeit schreiten kann. Suchenwirth erwähnt hier allerdings nicht, dass er offenbar auch illegalen österreichischen Nationalso- zialisten in NS-Deutschland Stipendien gewährte. 117 ÖSta, AdR, GA Ernst Klebel, Personalfragebogen, fol. 7 : Angaben des Antragsstellers über sonstige Tätigkeit für die NSDAP : […] Politische Berichte 1932–34 an […] Dr. R. Suchenwirth. 118 Burkhard Klebel, NL EK : Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Deutsche Forschungsgemeinschaft an Klebel vom 22.10.1934. 119 Ebd. Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Deutsche Forschungsgemeinschaft an Klebel vom 13.11.1934. 120 UAW, PA EK : BMI an das Rektorat der Universität Wien, Wien vom 31.10.1938, fol. 73. 121 UAW, Personalstandesblatt Ernst Klebel, fol. 76.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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