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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 516 -
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516 Wolfram Ziegler Tagen in München und Würzburg und hörte dort und auch gestern in Wien nur, dass […] Du [d.h. Heinz Zatschek] der Einzige wärest, der hier diesen Forderungen [die Leitung des Instituts im Sinne von Hirsch] entspräche. Die Angriffe des Herrn [Ernst] Zipfel gegen das Institut glaubt man in Wien und schon regen sich die alten Empfindlichkeiten. Man steht auf einmal einer von [Wilhelm] Bauer schlau vorgebrachten Kandidatur von Theodor Mayer gegenüber und untergräbt damit die im Kampf gegen Zipfel errungene Position selbst. Ich konnte den Eindruck nicht los werden, dass es Bauer gelungen ist, auch auf Srbik, scheinbar auch auf Brunner Eindruck zu machen. Ich kann nichts anderes tun, als Dir dieses geradeaus mitzuteilen und Dich zu bitten, im Interesse der Sache, der Erhaltung des Instituts, alles zu tun, um die Empfindlichkeiten, die gegen Dich […] bestehen, zu überwinden, und Dich doch durchzusetzen. Eine neue und schwächere Auflage des Institutes Dopsch in Mayers Person schiene nur eine außerordentliche Schwächung unserer wissenschaftlichen Stellung128. Es ka- men hier einmal mehr die alten Vorbehalte gegen Dopsch und dessen Schüler Mayer zum Durchbruch, wobei unklar bleibt, ob Mayer die Institutsdirektion überhaupt angestrebt hatte129. Aber auch gegen andere hatte Klebel in diesem Zusammenhang ernste Beden- ken, die er Zatschek gegenüber äußerte. Habe am Mittwoch erfahren, dass [Edmund Ernst] Stengel die Belassung der Diplomata-Abteilung [der MGH] an Deine Berufung geknüpft habe ; angeblich solle Brunner Institutsvorstand werden, Mayer habe andere Pläne gefasst. Soweit wären die Dinge in Ordnung. Es spukt noch die Gefahr, dass daneben Percy [Ernst] Schramm oder [Hermann] Heimpel berufen werden ; der erstere muß unbedingt verhindert werden, sonst wird Wien eine Filiale der unerfreulichen Gruppe um [Albert] Brackmann he- rum130. Mit ziemlicher Sicherheit hatte Klebel keinerlei Einfluss auf die Nachfolge in der 128 Ebd. Brief Klebels an Zatschek vom 19.09.1940. Wenig später sprach sich Klebel Zatschek gegenüber erneut gegen Mayer aus. Ebd. Brief vom 03.10.1940 : Ich war überrascht, auch im Staatsarchiv die gleiche Bauer- Mayer Stimmung vorzufinden wie bei Srbik. Da ich mit Brunner seit Jänner 1939 nicht mehr gesprochen habe, weiß ich nicht, welche Position er in der Richtung und Stimmungsmache einnimmt. Die Version, am besten wäre eine Besetzung Brunner-Bauer, habe ich auch schon gehört. Zu Zipfel, Generaldirektor der preußischen Staats- archive und Direktor des Reichsarchivs Potsdam, der nach dem „Anschluss“ die österreichische Archivorga- nisation neu zu ordnen gedachte, siehe Hartmut Weber, „Heimkehr ins Reich“ unter Erhaltung der Selb- ständigkeit ? Ludwig Bittners verlorener Kampf um eine Generaldirektion der österreichischen Archive, in : Österreichs Archive unter dem Hakenkreuz (MÖSTA 54, Wien 2010) 73–102, bes. 85–87. 129 Stoy, Institut (wie Anm. 2) 242f. 130 AAVČR, NL Heinz Zatschek, Brief Klebels an Zatschek vom 13.10.1940. Stengel war seit 1937 Präsident der MGH in Berlin und hatte durch die Tatsache, dass am IÖG eine Arbeitsstelle der Monumenta ange- siedelt war, einen gewissen Einfluss auf Personalentscheidungen an diesem Institut. Zu ihm siehe Heinrich Appelt, Edmund Ernst Stengel, in : Almanach der ÖAW 119 (1969) 387–391. Zu Schramm siehe David Thimme, Percy Ernst Schramm und das Mittelalter. Wandlungen eines Geschichtsbildes (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 75, Göttingen 2006) ; zu Heim- pel siehe Klaus P. Sommer, Eine Frage der Perspektive ? Hermann Heimpel und der Nationalsozialismus, in : Historisches Denken und gesellschaftlicher Wandel. Studien zur Geschichtswissenschaft zwischen Kaiserreich
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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