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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Karl Lechner (1897–1975) 525 selte dann an die Schottenfelder Realschule im 7. Wiener Gemeindebezirk. Er maturierte dort am 3. Juli 1915 mit Auszeichnung. Im darauffolgenden Herbst begann er – zunächst als außerordentlicher Hörer – das Studium seiner bereits in der Mittelschule bevorzugten Fächer Geschichte und Geografie an der Universität Wien. Die für Realschüler notwendigen Ergänzungsprüfungen aus Latein, philosophische Propädeutik und aus Griechisch absol- vierte er im Oktober 1916 und im Oktober 1917 mit sehr gutem Erfolg.7 Seine bevorzugten Universitätslehrer im Fach Geschichte waren der Mediävist Oswald Redlich und der Wirt- schaftshistoriker Alfons Dopsch. Darüber hinaus belegte Lechner auch Lehrveranstaltungen beim Ordinarius für osteuropäische Geschichte, Hans Uebersberger, sowie beim Leiter des IÖG, Emil von Ottenthal, bei Wilhelm Bauer, August Fournier, Alfred Francis Přibram und Ludwig Bittner. Geografie hörte er insbesondere bei Eugen Oberhummer und Eduard Brückner, doch absolvierte er auch landeskundliche Lehrveranstaltungen bei Hugo Hassin- ger und Norbert Krebs. Vorlesungen beim Mediävisten und Verfassungshistoriker Theodor Mayer, den Kunsthistorikern Julius von Schlosser, Max Dvořák und Josef Strzygowski, beim Urgeschichtler Oswald Menghin sowie in Altgermanistik und sogar Gesteinskunde zeugen von einem breit gestreuten Interesse Lechners8. Im März 1920 promovierte er mit einer Arbeit über „Die Entwicklung des Grundbe- sitzes der Herren von Maissau – der typische Aufstieg eines österreichischen Ministerial- engeschlechtes“, die von Dopsch mit befriedigend bewertet wurde9. Die Rigorosen legte Lechner bei Dopsch, Redlich und Brückner (zweistündig) sowie bei Adolf Stöhr und Robert Reininger (einstündig) mit insgesamt ausgezeichnetem Erfolg ab. Dopsch hatte Lechner allerdings nur mit genügend beurteilt10. Bereits 1919 war Lechner, der aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst zu leisten hatte, als ordentliches Mitglied in den 32. Ausbildungskurs des IÖG aufgenom- men worden11. Spätestens hier lernte er mit Ernst Klebel einen seiner zukünftig engsten 7 NÖLA, NL KL, K. I, Mappe I/1, Prüfungszeugnis des IÖG vom 07.07.1921. 8 Richard Pittioni, Karl Lechner, in : Almanach der ÖAW 125 (1975) 584–594, hier 584f. Zu den angeführ- ten Hochschullehrern siehe die entsprechenden Beiträge in : Fellner, Corradini, Geschichtswissenschaft (wie Anm. 2) ; Österreichische Historiker 1900–1945. Lebensläufe und Karrieren in Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei in wissenschaftsgeschichtlichen Porträts, hg. v. Karel Hruza (Wien/Köln/Wei- mar 2008). Zum Fach Geschichte an der Universität Wien siehe jetzt : Pavel Kolář, Geschichtswissenschaft in Zentraleuropa. Die Universitäten Prag, Wien und Berlin um 1900 1–2 (Geschichtswissenschaft und Ge- schichtskultur im 20. Jahrhundert 9, Berlin 2008), hier 2 267–325. 9 UAW, Phil. Fak., Rigorosenakt Nr. 4792, Karl Lechner. 10 Ebd. 11 Zum 32. Kurs siehe Leo Santifaller, Das Institut für österreichische Geschichtsforschung. Festgabe zur Feier des zweihundertjährigen Bestandes des Wien Haus-, Hof- und Staatsarchivs (Veröff. des IÖG 11, Wien 1950) 139–141 ; Alphons Lhotsky, Geschichte des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 1854– 1954 (MIÖG Erg.-Bd. 17, Graz/Köln 1954) 365–367.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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