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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 535 -
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Karl Lechner (1897–1975) 535 1933 herausgebracht worden65. Kardinal Innitzer „ehrerbietigst“ gewidmet, versammelte er „[f]ührende Persönlichkeiten der jungen katholischen Historikerschule Österreichs, die darlegten, wie das Schicksal Österreichs durch eineinhalb Jahrtausende […] durch das harmonische Zusammenwirken von Kirche und deutschem Volkstum bestimmt und zu historischer Größe geführt wurde“66. Darüber hinaus präsentierte das Buch auch Ar- beiten, die innerkirchliche, katholisch-soziale und katholisch-kulturelle Probleme behan- delten67. Die Hälfte der durchwegs männlichen Autoren waren „Neuländer“68. Von den Übrigen standen Klebel, Lorenz, Veiter und Eduard Winter dem Bund „Neuland“ sehr nahe69 ; bei Franz Geßl handelte es sich um den Gemeindeseelsorger von Lechner, mit dem dieser auch befreundet war. Lechners Beitrag befasste sich zwar mit einem religiösen Thema – „Der Laie in der Kirche“ –, gewährte aber auch Einblicke in sein Gesellschafts- bild. Gleich zu Beginn schwärmte er von der „mittelalterliche[n] Gemeinschaft“, in der sich die Frage des Laientums in der Kirche gar nicht erst gestellt habe, weil Geistlichkeit und Weltlichkeit aufs Engste miteinander verknüpft gewesen seien70. Lechner übte in dem Text recht unverhohlen Kritik an der Amtskirche, aber auch – und freilich indirekt – an der Christlichsozialen Partei und der neu geschaffenen „Vaterländischen Front“ (VF). Die letzteren Passagen fehlten übrigens in den „Ausgewählten Schriften“ Lechners, die ihm 1947 als Festschrift dargebracht wurden. Mit Nachdruck sprach sich Lechner etwa gegen die „Vermengung kirchlichen Lebens mit der Politik“ aus71. So wie es als „unbedingt erstrebenswertes Ziel“ gelte, dass kein Angehöriger des Weihepriestertums ein politisches Mandat übernehmen dürfe, so sei es ebenso dringlich, „daß kein aktiver Po- litiker irgendeine nennenswerte Rolle in der ‚Katholischen Aktion‘ spielt“. Auf die neue Einheitspartei der Vaterländischen Front gemünzt war die folgende Passage : „Man beachte nur, wie gerne heute in geistigen Auseinandersetzungen das Wort ‚Front‘ verwendet wird. Der Unterton von ‚Kampf‘, ‚Ablehnung‘ und ‚Negation‘, der darin liegt, scheint gar nicht mehr gehört zu werden. Mit Volksgemeinschaft und Dienst am Volk, mit Mission hat das nichts mehr zu tun. All das gilt es zu überwinden !“ 65 Katholischer Glaube und deutsches Volkstum in Österreich, hg. v. volksdeutschen Arbeitskreis österreichischer Katholiken (Salzburg 1933). 66 Ebd. 5, Klappentext. 67 Ebd. Klappentext. 68 Neben Lechner handelte es sich dabei um Böhm, Riedl, Hans Petermair, Hans Sündermann, Helmut Burgert, Herbert Franz ; siehe dazu Seewann, Jugendbewegung 2 (wie Anm. 24) 772. 69 Ebd. 772 ; weitere Autoren in dem Band waren Edmund Glaise-Horstenau, Hugo Hantsch, Hieronymus Gaßner und Thomas Michels. 70 Karl Lechner, Der Laie in der Kirche, in : Katholischer Glaube (wie Anm. 65) 224–233, hier 224. 71 Ebd. 232 bzw. 232f. wie auch die folgenden Zitate.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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