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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 563 -
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Karl Lechner (1897–1975) 563 kunft“ den Werdegang der österreichischen Fahne schilderte246. Später hielt er auch Vorträge am Institut für Österreichkunde247, das, unterstützt mit öffentlichen Geldern des BMU und primär an Lehrpersonal gerichtet, dezidiert um eine Stärkung des „Österreich-Bewusstseins“ bemüht war248. Lechners religiös-wertkonservatives Engagement erleichterte auch seine rasche Integra- tion in den Lehrbetrieb der Wiener Universität. Dort hatte sich am Beginn der Zweiten Republik ein katholisch-restauratives Klima etabliert249, und angeblich auch auf Wunsch der „grauen Eminenz“ und des späteren Rektors Richard Meister, bemühte sich Lechner im Sommer 1948 um seine Habilitation250. Unterstützung erfuhr er dabei von seinem Freund und Kurskollegen Leo Santifaller251. Als Habilitationsschrift reichte Lechner die anlässlich seines 50. Geburtstages herausgegebenen „Ausgewählten Schriften“ – fünf ge- schichtswissenschaftliche und zwei religiöse [!] Texte – ein252, im Besonderen aber seine aus 1940 datierende Arbeit über „Leistungen und Aufgaben siedlungskundlicher For- schung in Österreich mit besonderer Berücksichtigung von Niederösterreich“253. Die neun köpfige Kommission der philosophischen Fakultät – darunter neben Santifaller und Meister auch Lhotsky, Hassinger, Pittioni und Hantsch – plädierte einstimmig für Lech- ners Zulassung. Unter Verweis auf dessen wissenschaftliche Verdienste und weil Lechners rhetorische und pädagogische Begabung allgemein bekannt sei, empfahl die Kommission 246 Wiener Zeitung (24.10.1956) 3. 247 NÖLA, NL KL, K. I, Mappe I/4, Korrespondenz W und Z, Schreiben des Instituts für Österreichkunde, Landesverband Oberösterreich, an Lechner vom 10.02.1964. Vortrag „Die Geschichte der Bauern in den österreichischen Ländern“. 248 Christian Gerbel, Zur „gesamtdeutschen“ Geschichtsauffassung, der akademischen Vergangenheitspolitik der Zweiten Republik und dem politischen Ethnos der Zeitgeschichte, in : Transformationen gesellschaft- licher Erinnerungen. Studien zur „Gedächtnisgeschichte“ der Zweiten Republik, hg. v. dems. u.a. (Reihe Kultur.Wissenschaften 9, Wien 2005) 86–130, hier 109. 249 Zu diesem Klima siehe Günter Fellner, Ludo Moritz Hartmann und die österreichische Geschichtswis- senschaft. Grundzüge eines paradigmatischen Konfliktes (Veröff. des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Ge- schichte der Gesellschaftswissenschaften 15, Wien/Salzburg 1985) 351–368. 250 NÖLA NL EK, K. III, Mappe III/2, Schreiben Lechner an Klebel vom 27.08.1949. 251 ÖStA/AdR, BMU, Geschäftszeichen 4, Philosophie, PA Karl Lechner, Kommissionsbericht o.D. [Anfang Oktober 1948]. 252 Die geschichtswissenschaftlichen Beiträge lauteten : Grafschaft, Mark und Herzogtum (8–44), Studien zur Besitz- und Kirchengeschichte der Karolingischen und Ottonischen Mark an der Donau (45–68), Die Gründung des Klosters Maria-Zell im Wiener Wald und die Besitzgeschichte seiner Stifterfamilie (69–100), Oswald Redlich † (101–118), Leistungen und Aufgaben siedlungskundlicher Forschung in Österreich mit besonderer Berücksichtigung von Niederösterreich (119–210) ; die religiösen Beiträge waren : Der Laie in der Kirche (211–222), Pfarre und Familie (223–230) ; sämtliche Beiträge in : Karl Lechner (wie Anm. 210). 253 UAW, PA KL, Schreiben Lechner an das Professoren-Kollegium der Phil. Fak. der Universität Wien vom 29.06.1948.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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