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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Karl Lechner (1897–1975) 565 Dominanz ging freilich auch die Langlebigkeit methodisch wie inhaltlich problematischer Versatzstücke der landeskundlichen Forschung. So wurde etwa die „besitzgeschichtlich- genealogische“ Methode weiterhin als erfolgversprechendes wissenschaftliches Instrument angepriesen263 und auch gesamtdeutsche Deutungen wurden fortgeschrieben. Die Kon- zepte Aubins, Kötzschkes und Redlichs aus den 1920er-Jahren waren auf diese Weise weiterhin verbindlich. Nach wie vor war von einer „allgemeinen Schau über den ganzen deutschen Volks- und Kulturboden hinweg“ die Rede, die zu erforschenden „Landschaf- ten“ galten als „Glieder des österreichischen und deutschen Raumes“264. Fallweise Anpas- sungen an die neue Strukturgeschichte erfolgten lediglich auf sprachlicher, nicht aber auf konzeptueller Ebene ; die wegweisenden landeshistorischen Anregungen Brunners fanden in der Forschung des Lechner’schen Kreises wenig Beachtung265. Die in den 1920er-Jah- ren als Innovation geltende „Zusammenschau“ verschiedener Disziplinen mündete bei Lechner bisweilen in eine mystifizierend-agrarromantische Heimattümelei266, und das alte Redlich’sche Diktum von der Landeskunde als „nationale[r] Pflicht“ mit dem Aufruf zu „Liebe und Treue zur Heimat und zu unserem deutschen Volk“ hatte für Lechner Ende der 1950er-Jahre sogar mehr Gültigkeit als in den 1920er-Jahren267. Der spätere Ruf der Landeskunde und der landeskundlichen Vereine, veralteten Paradigmen und frag- würdig gewordenen deutschnationalen Einstellungen zu huldigen, rührte unter anderem von diesen Kontinuitäten her. Er war auch deshalb nicht unberechtigt, weil, wie Lechner in Niederösterreich, auch in anderen Bundesländern Protagonisten einer „traditionellen“ 263 Ebd. 88, 103. 264 Ebd. 86, 94. 265 Dopsch, Landesgeschichte (wie Anm. 263) 67. 266 Lechner, Sinn, 1978 (wie Anm. 265) 95. 267 Lechner, Redlich (wie Anm. 111) 209. Abb. 35 : Der Vorstand des VfLKNÖ um 1965. Von links : Karl Lechner, Herbert Mitscha-Märheim, Adalbert Klaar (stehend), Rudolf Broinger, Rudolf Steuer.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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