Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 576 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 576 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Bild der Seite - 576 -

Bild der Seite - 576 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Text der Seite - 576 -

576 Stefan Eminger und Ralph Andraschek-Holzer Die „jüngere landesgeschichtliche Forschung“ erlebte mit ihrer Leitfigur Lechner Gründung, Höhepunkt und Ausklang. Fast fünfzig Jahre lang dominierte sie Methode und Ausrichtung der geschichtlichen Landeskunde in Niederösterreich – mit starker Aus- strahlung vor allem auf die landeshistorische Forschung in der Steiermark. Ihr zeitlicher Rahmen war eng ; sie konzentrierte sich fast ausschließlich auf das Mittelalter. Sie war zu- nächst innovativ, zumeist produktiv, bisweilen spekulativ, und im Laufe der Zeit wurde sie zunehmend selbstreferenziell. Bei ihrer Institutionalisierung scheiterte sie ; auch Lechner selbst fand trotz zahlreicher Schülerinnen und Schüler keine Nachfolger. Als Wissenschaftler hatte der Verfassungs-, Siedlungs- und Herrschaftshistoriker Lech- ner vor allem mit seiner großen Waldviertel-Studie von 1937 Maßstäbe gesetzt. Sie steht daher auch im Zentrum des folgenden Abschnitts. Die detaillierte und umfassende Dar- stellung eines relativ eng begrenzten Raumes, geschrieben aus unterschiedlichen, mitein- ander verknüpften Perspektiven, wies bereits auf die moderne Regionalgeschichte voraus ; eine Regionalgeschichte, die sich in Österreich erst Jahrzehnte später bemerkbar zu ma- chen begann. Darüber hinaus erwarb sich Lechner durch die Erschließung einer Vielzahl landeskundlicher Quellen Verdienste, wovon Mediävisten mitunter bis heute profitieren. Weniger glücklich agierte Lechner bei seinen Überblicksdarstellungen ; auch seine großen Thesen haben der wissenschaftlichen Überprüfung am Einzelfall nicht immer standgehal- ten. Neben der zunächst sehr einflussreichen „Grafschaftstheorie“ sei hier insbesondere auf die „besitzgeschichtlich-genealogische“ Methode hingewiesen, die im folgenden Ab- schnitt von Ralph Andraschek-Holzer behandelt wird. II Karl Lechner als Begründer der mediävistischen Regionalforschung in Niederösterreich An dieser Stelle eine umfassende Beurteilung von Lechners wissenschaftlichem Gesamt- werk bieten zu wollen ist nicht möglich – zu kurz war die für tiefer gehendes Forschen erforderliche Zeitspanne bemessen ; zu wenige Vorarbeiten existierten. Daher soll anhand zweier ausgewählter Arbeiten Lechners seine Arbeitsweise, vor allem aber Werden und Wachsen seiner „besitzgeschichtlich-genealogischen“ Methode, dargelegt und ihre Rezep- tion in jüngerer Zeit skizziert werden314. Zugleich wird damit ein Baustein für die drin- gend erforderliche Gesamtbeurteilung Lechners geliefert. 314 Damit sei jedoch nicht verschwiegen, dass diese nur eine Seite von Lechners Œuvre darstellt und hier auf seine verfassungs- bzw. rechtshistorischen Überlegungen nicht näher eingegangen werden kann.
zurück zum  Buch Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2"
Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Österreichische Historiker