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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Seite - 581 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

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Karl Lechner (1897–1975) 581 • Belegart : Nutzung von publizierten/unpublizierten Quellen, Fachliteratur oder Sons- tigem (Zeitungsartikel etc.) : In Lechner 1924 bzw. 1937 werden primär publizierte Quellen und Fachliteratur benutzt. • Belegdichte : Ob konsequent alles an Belegen am jeweiligen Ort angeführt wird oder ihre Nennung summarisch erfolgt : Für Lechner 1924 bzw. 1937 trifft Ersteres zu. • Gestaltung von Anmerkungsapparaten : konkret, ob diese auch für Diskussionen/Po- lemiken/Präzisierungen genutzt oder für Belege im engsten Sinn reserviert bleiben : In Lechner 1924 erfolgt die Nutzung des Apparats auch für Polemiken, in Lechner 1937 fast nur für Belege. II.2 Kontextualisierung : Voraussetzungen und Entwicklung einer Methode Mit der Beantwortung dieser Fragen ist die Überleitung zum nächsten, der Kontextuali- sierung jener Arbeiten gewidmeten Abschnitt gegeben. Den Beginn macht naturgemäß Lechner 1924, eine Arbeit, die thematisch wie methodisch gleichsam als Exposition für Lechners wissenschaftliches Haupt-, ja Lebenswerk gelten darf. In ihr legt der Autor einleitend sein methodisches Vorgehen dar (16) : Demnach sei Geschichte des ursprünglichen Grundbesitzes zugleich Geschichte der Besiedlung ; diese wiederum gebe Aufschluss über Herkunft und Stammeszugehörigkeit der Siedler. Somit sei ein Schluss vom Verbleib des einzelnen Besitzes auf genealogische Beziehungen zwi- schen den Adelsfamilien und umgekehrt möglich. Erforderlich sei allerdings die Berück- sichtigung und Auswertung aller Forschungszweige : also auch der Ortsnamenforschung, Ortsanlage, Hausform, Flureinteilung und Kirchenpatrozinien. Bevor diese Vorgehensweise weiter behandelt wird, muss noch ein Wort zu Lechners Intention gesagt werden. Die Geburt dieser Arbeit erfolgte nämlich aus dem Geist der Polemik – einer Polemik, welche nicht nur in die Entwicklung besagter Methode mün- dete, sondern auch eine andere Komponente umfasste : Auf Seite 14 wird die deutsche Kolonisation in slawischem Gebiet hervorgehoben, womit ein weiteres Hauptthema von Lechner 1924 genannt wäre. Dieses kann hier nicht weiter verfolgt werden ; festzuhalten ist allerdings, dass sich Lechner hier in einer bestimmten Tradition antitschechischen Rä- sonierens befindet322. 322 Vielfach dürften unter dem Vorwand gelehrten Polemisierens antislawische – d.h. antitschechische – Res- sentiments in die jeweilige Arbeit eingeflossen sein ; so erscheint die in Lechner 1924 97–101, begegnende Stellungnahme gegen A. P. Šlechta gleichsam als Nachfolgerin von Polemiken wie derjenigen Strnadts gegen Franz Mareš : Julius Strnadt, Abhandlungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer IX : Innviertel und Mondseeland, in : AÖG 99 (1912) 427–1069, hier 655–659 – Die Bedeutung Strnadt’scher Arbeiten für den „frühen“ Lechner zu untersuchen wäre eine eigene, lohnende Aufgabe für historiografiege- schichtliche Forschung.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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