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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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586 Stefan Eminger und Ralph Andraschek-Holzer Dass wir uns gerade bei den Perneggern länger aufhielten, erklärt sich aus der Eignung von deren Beispiel für die Veranschaulichung der Lechner’schen Arbeitsweise ebenso wie seiner Rezeption durch jüngere Forscher. Auf den Problemkreis „Pernegg“ werden wir folglich im nächsten Abschnitt zurückkommen. II.3 Aspekte der Rezeption Im Vorigen wurden die Voraussetzungen für Lechners einschlägiges Schaffen aufgezeigt – ein Schaffen, welches die mediävistische Regionalforschung in Niederösterreich teil- weise auf neue Grundlagen gestellt hat. Die logisch nächste Frage zielt auf zeitgenössische Rezeption und „Nachleben“ seiner Ergebnisse. Freilich kann hier nur eine Auswahl des Möglichen geboten werden – eine Auswahl jedoch, welche die Beurteilung des hier unter- suchten Lechner-Œuvres erleichtern soll340. Einen frühen und handfesten Zeugen für die Rezeption der Lechner’schen Forschungen stellt ein 1937, knapp nach dem Erscheinen der großen Arbeit Lechner 1937, erschienener Aufsatz seines Freundes Herbert Mitscha- Märheim dar341. Bereits die Wahl des Titels – „genealogisch-besitzgeschichtliche Unter- suchung“ deklariert das Aufgreifen der Lechner’schen Prägung, und der Text selbst verrät das Anwenden von dessen Methode. Dass selbstverständlich auch die relevanten Arbeiten Lechners eifrig benutzt wurden, geht aus dem Anmerkungsapparat hervor. Auch in der „großen“ Mediävistik wurde man auf Lechner aufmerksam. Mayer – einst wie Lechner im niederösterreichischen Archivwesen tätig342 – erwähnt Stepans „Wald- viertel-Werk“ aus 1937 und speziell Lechners darin enthaltenen Aufsatz zwar nur in einer Fußnote, hebt ihn aber eigens hervor : „Das beste Beispiel für eine monographische Be- handlung einer Landschaft ist das Buch : Das Waldviertel, Wien 1937, das kleinere Bei- träge von O. Brunner, Hans Hirsch u.a. und besonders die ausgreifende Besiedlungs- und Herrschaftsgeschichte des Waldviertels von Karl Lechner enthält.“343 340 Die Vernachlässigung gleichfalls früher, doch weniger prominenter Rezeptionszeugen muss in Kauf genommen werden ; an dieser Stelle sei – stellvertretend für andere – nur auf folgende Arbeit hingewiesen : Karl Bednar, Das Schenkungsgut der ersten Königsschenkung für den Markgrafen Siegfried vom 7. März 1045. (Zur Grund- besitzgeschichte des Neumarkgebietes im 11. Jahrhundert.), in : JbLKNÖ NF 22 (1929) 402–430, hier bes. 406 bzw. 410. 341 Herbert von Mitscha-Märheim, Eine genealogisch-besitzgeschichtliche Untersuchung zur Frühge- schichte Wiens, in : Monatsblatt des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 4 (1934–38) 135–140. 342 Zu Mayer vgl. Helmut Maurer, Theodor Mayer (1883–1972). Sein Wirken vornehmlich während der Zeit des Nationalsozialismus, in : Österreichische Historiker (wie Anm. 8) 493–530. 343 Mayer, Ausbildung (wie Anm. 327) 285 Anm. 4. – Mayer äußerte Lechner gegenüber brieflich sogar : „Ein zweites Buch, wie das Waldviertel-Buch gibt es nicht mehr.“ (StA Konstanz, NL Theodor Mayer, Korr. Lech- ner, Theodor Mayer an Karl Lechner 1964 Sept. 12 [Kopie im NÖLA, St. Pölten] ; für diesen Hinweis danke ich Stefan Eminger, St. Pölten, herzlich.)
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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