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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 595 -
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Franz Huter (1899–1997) 595 wege teilweise weit und geradezu diametral auseinandergeführt. Huter konnte indes in Wien Netzwerke mit Kurskollegen und In- stitutsmitgliedern knüpfen, die sich auch bei seinen wissenschaftlichen Rehabili- tierungsbemühungen nach dem Zweiten Weltkrieg von Nutzen erweisen sollten. Im Anschluss an die Ausbildung am Wiener IÖG wandte sich Huter zunächst dem Archivdienst zu. Er volontierte vom Oktober 1925 bis März 1928 im Archiv der Tiroler Landesregierung in Innsbruck und trat anschließend durch Vermittlung Steinackers und nach Erhalt der österrei- chischen Staatsbürgerschaft in den Dienst des seinerzeit von Ludwig Bittner geleite- ten Wiener HHStA ein. Hier war Huter bis 1934 zunächst als Beamtenanwärter, seither als Staatsarchivar I. Klasse (ab 1. Oktober 1938 mit der Amtsbezeichnung „Archivrat“) tätig15. Wie schon während seiner akademischen und archivalischen Ausbildung, so blieb in Huters Wiener Jahren sein wissenschaftliches Interesse fast ausschließlich auf Fragen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Tiroler Landesgeschichte konzentriert, nun mit einem intensiveren Blick auf das Urkundenwesen in Südtirol und jenes der Bischöfe von Trient (Trento). Daneben entstanden 1936 aber auch seine akribisch recherchierten Le- bensbilder der Beamten des HHStA16. In den Oktober desselben Jahres fiel Huters Ehe- schließung mit der Südtiroler Lehrerin Marianne Pancheri ; aus der Ehe ging eine Tochter, Barbara, hervor. Ende 1937 habilitierte sich Huter bei dem Wiener Mediävisten Otto Brunner, so dass er im Folgejahr neben dem Archivdienst eine Privatdozentur für Mittlere Geschichte und Hilfswissenschaften an der Universität Wien übernehmen konnte. Nachdem Huter schließlich auf Betreiben Wopfners und Steinackers am 1. Oktober 1941 auf das Inns- hundertjährigen Bestandes des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (Veröff. des IÖG 11, Wien 1950) 142f.; Alphons Lhotsky, Geschichte des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 1854–1954 (MIÖG Erg.-Bd. 17, Graz/Köln 1954) 370–372 ; Oberkofler, Huter (wie Anm. 2) 38f. 15 Siehe HHStA, Sonderbestand Kurrentakten, Sonderreihe Personalien, 2-1-26 (Franz Huter). 16 Franz Huter, Biographien der Archivbeamten seit 1749, in : Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs 1, hg. v. Ludwig Bittner (Inventare österreichischer staatlicher Archive V/4, Wien 1936) 1–166. Abb. 38 : Franz Huter im Sommer 1928 vor dem Gebäude des HHStA am Wiener Minoritenplatz.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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