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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 624 -
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Seite - 624 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

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624 Helmut Maurer der Ordinarius für mittelalterliche Geschichte Gustav Schnürer sich für ihn eingesetzt hatte48, machte im schweizerischen Freiburg doch der Kölner Privatdozent Hans Foerster das Rennen49. Die Bewerbung Heiligs legt indessen Zeugnis ab von seiner Selbstein- schätzung. Dass sie nicht unberechtigt war, erwies sich auch daran, dass er – zwischen 1930 und 1933 mit dem „Graf Klebelsberg-Kuno-Institut für ungarische Geschichtsfor- schung“ verbunden50 – seit 1931 auch Arbeiten zur ungarischen Geistesgeschichte des Spätmittealters publizierte mit der Folge, dass es angesichts dieser seiner Arbeiten um 1933 Bestrebungen gab, ihn für das Fach Mittellatein an die Universität Budapest zu holen51, nachdem er schon 1932 an „seinem“ ÖIG mit der Abhaltung eines Kurses für Mittellatein beauftragt worden war52. Zunächst aber hatte er erst einmal seine Abschlussprüfung am Institut abzulegen. Er bestand sie am 17. Dezember 1931 als zweiter von insgesamt 14 Kandidaten mit vorzüg- lichem Erfolge53. Die Prüfungskommission, der er sich gegenübergestellt sah, setzte sich zusammen aus den Herren Hirsch, Redlich, Dopsch, von Schlosser, Groß, Brunner, Ignaz Zibermayr und August von Loehr. Brunner war es auch, der das Gutachten zu Heiligs Hausarbeit über „Leopold von Wien“ verfasste. Sein Gesamturteil lautete so : Die Arbeit, die über das erzielte Ergebnis hinaus unsere Kenntnis der österreichischen Geistesgeschichte des späteren 14. Jahrhunderts erheblich fördert und in methodisch einwandfreier Weise verschie- dene Quellenarten heranzieht, ist vorzüglich. Im Gegensatz zu seinen südbadischen Landsleuten Paul Zinsmaier und Fridolin Jehle, die beide bei Hirsch promoviert hatten54, kehrte Heilig, der im Gegensatz zu ihnen seine Dissertation über ein Thema aus der mittelalterlichen Geschichte seines Gastlandes verfasst hatte, nicht in seine Heimat zurück. Möglicherweise fühlte er sich durch seine „österreichischen Arbeiten“ schon zu sehr mit diesem Land verbunden, als dass er an eine Rückkehr nach Deutschland zu denken vermochte. Dies erst recht nicht angesichts dessen, dass er am 25. März 1932 für ein Honorar von monatlich 300 Schilling von der von Redlich präsidierten „Kommission für die mittelalterlichen Bibliothekskataloge Österreichs“ zunächst mit der „Revision und Ergänzung der seinerzeit von […] Theodor Gottlob gesammelten Materialien für die Länder des heutigen Österreich außer Wien und Niederösterreich“ bzw. „mit der Bearbeitung eines dritten Bandes“ betraut wurde55. Bis 48 Über ihn Carl Pfaff in : Ruffieux, Histoire (wie Anm. 45) 686–688. 49 Über ihn Pascal Ladner in : Ruffieux, Histoire (wie Anm. 45) 690f. 50 Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, 25/26 und 50–72. 51 Ebd. 1, 16, Anm. 2. 52 Ebd. 1, 15. 53 Das Folgende nach IÖG, Archiv, Akten 37. Ausbildungskurs 1929–1931. 54 Vgl. oben S. 624. 55 Vgl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Almanach für das Jahr 1932. 82. Jg. (1932) 191f. Vgl. Erzbischöf-
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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