Seite - 625 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
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Konrad Josef Heilig (1907–1945) 625
zu seinem „Wegzug“ aus Wien im Frühjahr 1938 bot dieser Arbeitsauftrag die finanzielle
Grundlage für Heilig und seine wachsende Familie. Er hatte 1932 geheiratet und bis zu
seinem Weggang aus Österreich drei kleine Kinder zu versorgen. Die Arbeiten an der
Edition der Bibliothekskataloge brachte es mit sich, dass Heilig eine Vielzahl von Hand-
schriftenbibliotheken aufzusuchen hatte. Neben Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg,
Linz, München und mehreren Klosterbibliotheken wie Mondsee und Admont arbeitete
er unter anderem auch in Trient und Venedig, so wie er wenige Jahre zuvor auch schon
für seine Dissertation in den Bibliotheken und Archiven von Arnheim, Freiburg i. Br.,
Heidelberg, Karlsruhe, Köln und Mainz56 und für seinen „Leopold Steinreuter“ in der
Erfurter Amploniana, in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien, in der Kölner
Stadtbibliothek, in der Universitätsbibliothek Basel und in der Pariser Nationalbibliothek
gearbeitet hatte57. Bereits im Jahresbericht für 1934 steht zu lesen : „Der Bearbeiter hofft
bis Ende des Jahres 1934 den 3. Band des Katalogs druckfertig herstellen zu können.“58
Für 1936 heißt es sodann, dass Heilig „durch länger dauernde Entfernung von Wien
am Abschluss der schon weit vorgeschrittenen Arbeiten für den 3. Band etwas gehemmt
gewesen sei“59, und für 1937 : „Da der Bearbeiter Dr. Heilig seit Herbst 1936 wieder dau-
ernd in Wien ist, konnten die Arbeiten […] reger gefördert werden und gehen ihrem Ab-
schluß entgegen.“60 Für 1938 erschien ein Jahresbericht bemerkenswerterweise nicht61. In
demjenigen für 1939 ließ Redlich wissen : „Die von dem Bearbeiter Dr. Heilig früher weit
geförderten Arbeiten für den 3. Band mußten wegen Verhinderung des Bearbeiters seit
längerer Zeit unterbrochen werden“62. Und in seinem Bericht für 1940 klang es nicht viel
anders : „Die Arbeiten konnten infolge Behinderung des Bearbeiters nur wenig gefördert
werden.“63 Worin diese „Verhinderung“ bzw. „Behinderung“ bestand, wird nicht ausge-
führt. Redlich hätte sonst bekennen müssen, dass der Bearbeiter im Frühjahr 1938 Wien
und Österreich mehr oder weniger fluchtartig verlassen hatte und in seine südwestdeut-
sche Heimat zurückgekehrt war. Als dann endlich im Jahr 1961 der von Gerlinde Möser-
Mersky bearbeitete „III. Band Steiermark“ der „Mittelalterlichen Bibliothekskataloge Ös-
terreichs“ erscheinen konnte, wusste Richard Meister als Obmann der dafür zuständigen
liches Archiv Freiburg i. Br. „B 2 – 8/43 Generalia Erzbistum Freiburg. Rubrik : Behörden. Erzbischöfliche
Kanzlei, Betreff : Hilfsarbeiter“, Schreiben vom 03.04.1940. Siehe auch Anm. 34.
56 Vgl. RQ 40 (1932)108.
57 Heilig, Leopold (wie Anm. 39) 232 Anm. 13 und 233 Anm. 16.
58 Almanach (wie Anm. 55) 84 (1935) 271.
59 Almanach (wie Anm. 55) 86 (1936) 274.
60 Ebd. 87 (1937) 275.
61 Ebd. 88 (1939) 87.
62 Ebd. 89 (1940) 246.
63 Ebd. 90 (1941) 232.
Österreichische Historiker
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Österreichische Historiker
- Untertitel
- Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
- Band
- 2
- Autor
- Karel Hruza
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2012
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78764-8
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 678
- Schlagwörter
- Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
- Kategorie
- Biographien