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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 634 -
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634 Helmut Maurer teszusammenhang besteht nicht mehr, seit in Deutschland die Wissenschaft zur Magd des Nationalsozialismus, seiner Rassendoktrin und Parteiideologie geworden ist.“104 Von Winters enger Zusammenarbeit mit Heilig zeugt auch der im ersten Band seines Werkes „Rudolph IV. von Österreich“ ausgesprochene Dank : „Für freundliche Mitarbeit an dem vorliegenden Werke danke ich Dr. Konrad Josef Heilig, der in Band II dieses Werkes die Epistola ad consules Viennenses Heinrichs von Langenstein herausgibt, […].“105 Im zweiten Band seines „Rudolph“ dankte Winter Heilig dafür, dass er ihm die Edition der Epistola zur Verfügung gestellt habe. Der Plan, diese Edition in Winters zweitem Band zu veröf- fentlichen, habe allerdings wegen Raummangels aufgegeben werden müssen. „Die Edition der Epistola und des Tractatus bipartitus de contractibus soll im nächsten Band der ‚Wiener Soziologischen Studien‘ erfolgen und zwar im Rahmen einer Langesteinbiographie, an der Dr. Heilig seit mehreren Jahren arbeitet.“106 Diese von Winter im Vorwort seines zwei- ten Bandes „im Dezember 1935“ wiedergegebene Absicht Heiligs wurde indessen ebenso wenig verwirklicht wie die Veröffentlichung von Heiligs großem Werk über „Das Werden der österreichischen Idee im Mittelalter“ in Winters „Gsúr-Verlag“107. Aufhorchen lässt der dem Titel dieses nie erschienenen Werkes zugefügte Vermerk : „Mit einem Exkurs über die Echtheit des Privilegium minus […].“ Denn aus dem geplanten und ebenfalls nie erschienen Exkurs sollte sehr viel später dann doch viel mehr als eine solche ergänzende Studie werden108. Wie sehr Erforschung und Darstellung der mittelalterlichen Geschichte Österreichs und politische Publizistik im Kampf um ein eigenständiges Österreich für Heilig in jenen Jahren eine Einheit bildeten, zeigte sich in aller Deutlichkeit, als er, Julius Wolf und Hermann M. Görgen auf der ersten, vom 20. bis 25. Juli 1936 in Salzburg im Rahmen der von ihm und Hans-Karl von Zessner-Spitzenberg als Arbeitskreis der „Ös- terreichischen Aktion“ begründeten „Österreichischen Gesellschaft für Kunst und Wis- senschaft“ abgehaltenen „Österreichischen Akademie 1936“ über das Thema „Österreich und die Reichsidee“ auftraten109. Die dort gehaltenen, 1937 in einem Sammelband unter ebendiesem Titel veröffentlichten Vorträge110 sollten gewissermaßen eine Antwort darstel- len auf jene Beiträge, die der 1936 von Josef Nadler und Srbik besorgte Sammelband „Ös- 104 Ernst Karl Winter, Rudolph IV. von Österreich 2 (Wiener Soziologische Studien 3, Wien 1936) X/XI. 105 Ders., Rudolph IV. von Österreich 1 (Wiener Soziologische Studien 2, Wien 1934) XVI. 106 Ders., Rudolph IV. 2 (wie Anm. 104) XV. Vgl. dazu auch den Hinweis auf den Nachlass in Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, Abschnitt 9. 1, 190–198, und 2, 28. 107 Vgl. dazu auch den Hinweis auf den Nachlass in Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, Abschnitt 9. 3, 199–203. 108 Nämlich die Studie Heilig, Ostrom (wie Anm. 6). 109 Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, 181f. Vgl. Fellner, Geschichtsschreibung (wie Anm. 100) 167f., 175f.; zur „Österreichischen Aktion“ vgl. Häusler, Beitrag (wie Anm. 101) 393f.; Kindermann, Österreich (wie Anm. 74) 61f. 110 Julius Wolf, Konrad Josef Heilig, Hermann M. Görgen, Österreich und die Reichsidee (Ideengeschicht- liche Reihe 1, Wien 1937).
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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