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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 635 -
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Konrad Josef Heilig (1907–1945) 635 terreich. Erbe und Sendung im deutschen Raum“ vereint hatte111. Dieser Sammelband, in dem unter anderem Heiligs Instituts-Kurskollege Taras von Borodajkewycz das Thema „Die Kirche in Österreich“ behandelte112, war wiederum „als Gegenentwurf zu kleinöster- reichischen Geschichtskonstruktionen im Ständestaat gedacht, wie jenen von Ernst Karl Winter und Konrad Josef Heilig […]“113. Edmund Glaise von Horstenau, der auf der eigentlichen „Salzburger Hochschulwoche“ desselben Jahres 1936 über „Altösterreichs Vergangenheit im Spiegel der deutschen Geschichte“ sprach114, erinnerte sich an das Salz- burger Geschehen später so : „Grundsätzlich waren die Katholischen Hochschulwochen in Salzburg so sehr eine ‚gesamtdeutsche‘ Angelegenheit, daß sich die Legitimisten unter Wiesner und Zessner-Spitzenberg schon einige Sommer hindurch veranlaßt sahen, ihnen patentösterreichische Akademien entgegenzustellen, die gleichfalls in Salzburg abgehal- ten wurden. In diesem Jahre wirkten auf der legitimistischen Akademie : Zessner, Heilig, Görgen, der böse Emigrant Hildebrand.“115 In der Druckfassung seines Vortrags hatte Heilig unter anderem dies betont : „Österreich war in der Vergangenheit Jahrhunderte lang Führer und Träger des Reichsgedankens. Und weil auch wir diesen Reichsgedanken bejahen, weil wir im derzeitigen Österreich eine Stütze des katholischen Reichsgedankens sehen, […] deswegen wählen wir unter den vielen Geschichtsauffassungen jene, die dieses Österreich stützt und für dieses Österreich begeistert […]. Was […] die österreichische Geschichtsauffassung, zumal sie mit der katholischen Geschichtsauffassung verknüpft ist, der gesamtdeutschen voraus hat, ist die Erziehung zum Staate Österreich, während eine gesamtdeutsche Geschichtsauffassung […] schließlich zu einem Gesamtdeutschland er- zieht und daher den Staat Österreich notwendig schwächt […].“116 Es „[…] muß von uns Österreich in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Auch hier muß gelten : Österreich über alles ! Nicht Deutschland über alles !“117 111 Österreich. Erbe und Sendung im deutschen Raum, hg. v. Josef Nadler, Heinrich von Srbik (Salzburg/ Leipzig 1936). Dazu Ebneth, Wochenschrift (wie Anm.76) 176–179 ; Walter Ferber, Geist und Politik in Österreich (Konstanz 1955) 19f. bezeichnet Heilig als „Wortführer“ jener Historikergruppe, die sich gegen Srbiks gesamtdeutsche Geschichtsauffassung wandte. 112 In : Österreich. Erbe und Sendung (wie Anm. 111) 263–314. 113 Heiss, Reich (wie Anm. 100) 464. 114 Vgl. dazu Franz Padinger, Geschichte der Salzburger Hochschulwochen, in : Christliche Weltdeutung. Salzburger Hochschulwochen 1931–1981, hg. v. Paulus Gordan (Kevelaer bzw. Graz/Wien/Köln 1981) 23–58, hier 34–35. Zu Glaise von Horstenau siehe Anm. 115. 115 Vgl. „Ein General im Zwielicht“. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau 2, eingeleitet und hg. v. Peter Broucek (VKGÖ 70, Wien/Köln/Graz 1983) 108f. 116 Konrad Josef Heilig, Reichsidee und österreichische Idee von den Anfängen bis 1806, in : ders., Wolf, Görgen, Österreich (wie Anm. 110) 35–170, hier 55f. 117 Ebd. 62 ; zu Heiligs Auffassung vgl. auch Ferber, Geist (wie Anm. 111) 20–22.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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