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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 643 -
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Seite - 643 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

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Konrad Josef Heilig (1907–1945) 643 Diese Einzelstudien sollten offenbar dem als Habilitationsschrift geplanten Werk über „Das Werden der österreichischen Idee im Mittelalter“ bzw. genauer einem beigefügten „Exkurs über die Echtheit des Privilegium minus“ zugute kommen. Dieses Werk, dessen Erscheinen für 1935 bzw. 1936 vorgesehen war, ist in Österreich – worauf bereits verwie- sen wurde – nie erschienen157. Jetzt aber, nicht mehr in Wien, sondern ausgerechnet im „preussischen“ Berlin er- kannte er die erwünschte Gelegenheit, das damalige Vorhaben endlich zu verwirklichen. Seine Arbeitsstätte fand er in freien Stunden vor allem bei den in der Staatsbibliothek Unter den Linden domizilierenden Monumenta Germaniae Historica. Als dort zunächst ab 1. April 1942 kommissarisch und danach ab 1. Oktober 1942 planmäßig der gebürtige Oberösterreicher Theodor Mayer das Amt des Präsidenten antrat158, wurde er auf den sich mit dem „Privilegium minus“ befassenden Historiker aufmerksam. Es wurde Mayer zu ei- nem Anliegen, „daß die Untersuchungen von K. J. Heilig über Ostrom und das deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts […] zum Abschluß gebracht würden“159. Frei- lich wurde Heilig im Winter 1942 nach Wilhelmshaven versetzt, wo er bis zum Sommer 1943 blieb160. Aber auch diese räumliche Entfernung konnte ihn nicht davon abhalten, an seiner Untersuchung weiterzuarbeiten. „Jede freie Stunde und viele Nächte hat er für seine Arbeit benützt, wobei er von sehr verständigen Vorgesetzten manchen kurzen Ur- laub erhielt, die er zu Fahrten nach Berlin ausnützte, um dort bis zu 18 Stunden am Tag zu arbeiten. Dieser fanatischen Hingabe ist es zu verdanken, daß er sein Werk noch zum Abschluß bringen konnte ; auch ihn hat das Kriegsende verschlungen, er hat nach dem Waffenstillstand die Heimat nicht mehr erreicht.“161 Es war das Verdienst Mayers, dass er das Erscheinen von Heiligs insgesamt 271 Seiten umfassender Studie über „Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts“ mit dem Untertitel „Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem ders., Ein byzantinisches Hochzeitslied auf das erste österreichische Herzogspaar, in : Sturm über Österreich 4, Nr. 43 (1936) 4. 157 Vgl. Anm. 96. 158 Zu Mayer vgl. zuletzt Maurer, Mayer (wie Anm. 7). 159 Vgl. Theodor Mayer, Ein Rückblick, in : ders., Mittelalterliche Studien (Konstanz 1959) 463–503, hier 477. Dazu Heilig, Ostrom (wie Anm. 6) 11 : Die Arbeit habe erst wieder aufgenommen werden können, „nachdem der Präsident des Reichsinstitutes Herr Prof. Theodor Mayer mit Rat und Tat dazu ermuntert hatte“. 160 Ebd. 11 : „Der Abschluß und die Ausarbeitung erfolgte, von einem vierzehntägigen Weihnachtsurlaub 1942 nach Freiburg i. Br. und einem dreiwöchigen Arbeitsurlaub nach Berlin im Februar 1943 abgesehen, von November 1942 bis April 1943 im luftgefährdeten Wilhelmshaven auf einer Dienststelle der Kriegsmarine in der Freizeit […].“ 161 Theodor Mayer, Das österreichische Privilegium minus, in : ders., Studien (wie Anm. 159) 202–246, hier 204.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
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