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126 Edition der Briefe
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30 Brief Nr. 27
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Hamburg,
24. September 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Hambourg.
No 9 von 24t>en@ >septem@bris >1@748.
London den 24t>en@ >septem@bris A>nno@ 1748.
Liebste Marianna
Dein Schreiben vom 17t>en@ >septem@bris habe ich gestern erhalt>en@. Obwohlen
mich solches vergnüget deinen Wohlstand zu hören, so war es dennoch allzukurz
für mich, und der Haupt Punct gehet ab, welcher mich getröstet haben würde. Ich
bekenne es>:@ du bist sehr kurz, und läst mich ohnberichtet, wie dir die Pompeati,
und Mariuggia gefällt? wie die Prob>en@ von statten gehen? oder sonst ein und
andre Neüigkeit>en@ an den mir was gelegen. Den Einschlus hätte ich gerne an
jemand andern v>erbi@ g>ratia@ an Graf Haßlang, oder Milady How gestellet ge-
sehen, dann an Sonndag kommen sie alle herein auf 2 Däge, und an Grafen wäre
es die gröste Schuldigkeit. Es ist zwar dieser Brief auch a tempo, denn sie reisen
Freydag nacher Paris und ich glaube Reginelli mit Ihnen, welcher mir aber kein
Wort davon sagt, aber sein Vertrauter Guil>laume@ hat es dem Hausleüt>en@ er-
zehlet. Dieser ist ihr Abgott, ?nemlich Reginelli der Kempthorn/ ich glaube sie
werd>en@ alle 2 Cathol>isch@ und die Charlotte wird den Marchetti heurath>en@,
welcher fast alle Däge hinaus kommt. Reginelli ist ihr Abgott. Gott gebe es daß
er nach Paris gehe, dann ich habe vom dänisch>en@ Gesandten nicht undeütlich
verstanden, daß er nach Coppenh>agen@, aber nicht aufs Theater sondern nur in
der Königin Dienst>en@ trachtet, er habe aber alle an Impres>ario@ angewies>en@,
und daß er in diesen Sach>en@ keine Comission habe. Du must beym Impres>ario@
vorbauen, dann es ist sicher, daß er den wo er hinkommt, alles Unheil mit bringt,
und alles ruiniren würde. Der dänische Gesandte war sehr genädig hat mir auch
2 Guine>en@ vor dein Bene¿ce geschenkt, welche ich also gleich zu deinen Kleyd
emploirt. Ich habe ihn sondirt, und seinen Brudern, weil die Pompeati durch den
Michel /: den blind>en@ Preüssisch>en@ Resident>en@ ein grober Schweizer :/ an
Prinz>en@ schreib>en@ lassen um eine Recomandation, welche er aber nur mündlich
dem morg>en@ dorthin gehend>en@ Herrn Brudern des gesandt>en@ selbst aufgege-
ben mit den formalien, daß er sie öfter habe hier singen gehört. Dieses hab ich aus
des Cavaliers eigenen Mund, und der alte Gesandte hat mich versichert, daß deine
recomendation von ganz andern Nachdruk seye. Er ist auch mit mir accord, daß es
sehr wohlgethan seye, wenn bey der Abreise nacher Denne>mark@ eine neüe Eri-
nerung nachkommen könte. Er will das seine auch beytragen. Ich habe dieses alles
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur