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70 bey Herrn Zeher ausgekundschaft, und war anfänglich sehr darüber allarmirt. Ver-
schweige dieses vor jedermann. Wegen den Grafen von Ranzau will wed>er@ der
Gesandte, noch Sprachmeister was wissen, id e>st@, daß er was thun könne, und der
Sprachmeister hat dir von Graf Larwich gesproch>en@ nicht von Ranzau. Der Herr
Koch sagt das nemliche, er kennet ihm von Hamburg aus, und in Coppenh>agen@
hätte er zu seiner Zeit nichts zu bedeüten gehabt. Hier aber sagt Nicolai seye er
auch nicht viel angeseh>en@ gewest, in suma, kein Mensch von all>en@ bekant>en@
correspondirt mit ihm, ausser Monsieur Mercies Brief lautet an ihn. Er ist höre ich
ein petitmaitre: Ich habe Graf Haßlang, Wych, Zeher darum ersuchet. Nun will ich
deine Comissions alle gerne verrichten, die in allen Brieffen anwachß>en@, und du
machst dir Hofnung auf das Geld, weil ich dich in meinen erstern nicht betrüben
und recht informiren wollen. In meinen leztern aber bin war ich es imer mehr und
mehr zu thun genöthiget. >S. 2@ Wisse demnach, daß 1mo die Maulmacher noch
immer, fortfahren mich mit Versprechen aufzuhalt>en@, es ist mir aber absoluté
unmöglich Sie zu einer resolution, ich mag sing>en@ od>er@ beten, zu bring>en@>,@
sondern sie sprech>en@ wie die Raben immer Cras. 2. Ist der Hundsfütsche Morin-
son jezo mit der Lotterie occupirt die eben gezogen wird, also daß es leichter
mit dem unsichtbahren Priester Johannes zu sprechen, obwohlen er zuvor zimlich
sich geneigt erwiesen. 3. Mein Project in petto hat nicht auch bishero, wie schon
gemeldet, vollzogen werd>en@ können, und zur bestimt>en@ Zeit sind noch wenig
Däge übrig. Gott gebe, daß es angehe. Nun habe ich auf deinen Brief wie die
Juden auf den Messias gewartet, ach wann der liebe Wechßel mit gekommen
wäre, mit was frohen Herzen hätte ich solch>en@ zum Coffrè weg zu bring>en@
employrt. Nun bin ich leider Gotterbarms in gröster Unruh, und werde seh>en@
Caution aufzutreib>en@, daß mir der Hausherr bis Samstags die Sachen ausfolgen
läst. Siehe die Schife von Hamburg sind noch immer hier, und vieleicht geh>en@
sie erst künftige Wochen ab, sie sagen zwar gewis Samstags, ich war heüt wie-
der in der Stadt dessentwegen. Das assecurir>en@ kostet 2 p>er@ cento, und ich
es >sic@ werde es assicurir>en@ lassen. Du siehest ich gedenke nicht einmahl auf
mich, wann du nur einmahl die Sachen erhaltest, die ich wohl weis, daß du sie
höchst benöthigt. O warum seyd ihr nicht bey der ersten Meinung des Wechßels
halber geblieben. Man sagt mir nach der Michaeli Mesß wunderding von
Gefahr>en@ über Meer nach Hamburg vor, aber Geduld, ich muß mich in den
Willen Gottes ergeb>en@, und thu es gerne. Ich hoffe du wirst meinen Vorschlag
wegen Caution, so der Impress>ario@ machen solle, nicht ausser Acht lassen,
dann dieses siehe ich noch für die sicherste Rettung an, und das Billiet will ich
sehen, daß ich unterdessen etwa 80 lb darauf bekomme, dann die Comissiones
/: mit welch>en@ id e>st@ für fremde non plus ultra zu geh>en@ bite :/ erfodern keine
geringe Summa. Ich verstehe nicht um 80 lb zu verkauffen, sondern nur darauf
zu lehnen. Ich für mich lebe so genau, als ich in meinem Leben nicht gethan.
Daß neüe Kleyd hoffe ich mit den Coffrè zu senden, die Aria aber cara sposa p
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur