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110 mit der Post, dann Winden ist nicht zu drauen. Du schreibst den Jozzi, daß
du dich mit Hager und Gluck divertirest, gehe doch behutsam im schreiben.
Der Reginelli hat auf offner Gassen dem Vaneschi wollen den Arsch küssen,
weil er ihm von Mylord das Billiet ausgebracht zum grossen Gelächter der
Kinsack und titta, er begehrt nur 6 lb Monatl>ich@> @ allein alle sagen mir, daß
es eben so ungewis wie unsers, Wann ihm nicht der Marchetti für den Kupl-
pelz hilft. Der Impress>ario@ von Buffa Opern wird däglich erwartet, er läßt
die Compag>nie@ zu Doveres, bis er hier die Quartier und alles bestellet, er bringt
einen Castrat>en@ mit, die Gali /: die auch wieder hier, und 300 lb in der Cam-
pagne verludert :/ und Frasi werd>en@ serios darauf singen. Der Monsieur Mercie
merkt etwas und doch nicht recht von Marchetti, und catholisch werd>en@ >sic@.
Ich habe nach dem begrieffen, was du vor eine Aria meinest, nachdem ich
gemerket, daß du die erste in Clemenza di Ti>to@ ausläst, und diese die erste
wirst >sic@, also wirst du vieleicht gar nur 3 haben. Der Reginelli macht es wie
die Affen die alles nachmach>en@, gleichwie er dirs gleich nachgemacht durch
den Vaneschi zu gehen. Er oder möchte so gern von Jozzi alles wissen, er hat
mich aber in nichts gefang>en@, in dem ich >S. 3@ immer von indifferent>en@ Sachen
mit ihm spreche. Es ist viel, daß ihn der DeüÀ nicht nach Cölln führt. Nach
Stutgart will er auch. Schreibe ja den Kemptorn nichts von solch>en@ sach>en@,
sonst erfährt er alles, ich habe es dem Jozzi auch so gerathen. Grüsse den Philip.
Der Soldat und die Lambert empfehlen sich. An Churfeld must du schreiben
Par Presburg a Neustadel En Hongrie, aber ein Couvert darüber an Herrn von
Schmerling a Vienne wie beyliegende Adresse meldet. Williams läst sich
schönstens empfehlen. Hier sind Leüte von Stutgart, allein id e>st@ Cavaliers>,@
ich darf mich ihnen aber nicht zu erkennen geben denn sonst möchte die Mama
nochmehr allarmiret werd>en@. Das ist auch ein punct so mir sehr am Herzen
liegt, Gott weis, was die Kinder alles gegen Winter bedürftig seyn, und die Eltern
werd>en@ auch Ungeduldig seyn. Der armen Rosalia ist auch ihr Geburts und
Nahmensdag, und ich habe ihr nicht gratulir>en@ können. Thu du es gleichwohl,
wenn es gleich zu spät komt, so kanst du es ja mit der Reise excusiren.
Liebe Marianna seye ein wenig Àeissiger mit Schreiben. Ich habe ja sonst auch
keine Consolation hier. Ich liebe von allen informirt zu seyn. Das Welsche Buch
von Lucretio ist mir gewiß versproch>en@ word>en@, es wird zwar wenigsten
einen ½ Gui>nee@ kosten, obwohl es Lateinisch nur 2 Sch>illing@>.@ Ich habe
bey den vornehmst>en@ Buchführer nachgefragt, der hat mir gesagt, ich solte mir
keine Mühe geb>en@, dann es seye sehr rar hier geword>en@, und wann ichs erfrage
so wird es sehr theüer seyn, so kan ich also zufrieden seyn wann ich es um einen
½ Gui>nee@ haben kan. In Venedig ist es aber wie ich höre aufgelegt, und um leich-
ten Preis zu hab>en@. Adio liebe mich, wie ich dich, als der ich bis in Tod verharre
dein getreüer Pirker
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur