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95 wolte ich fast mich heraus wi>nden@. Wann der Impressari>o@ in Hamburg jemand
gefunden hätte, der Uns diese su>mma@ 5 p>er@ cento unterdessen vorgestrecket
hätte, so hätten wir ihm des Milords Billiet einsezen können, das ist ich wir hätten
ihm eine legale cession gemacht, und das Billiet wäre hier geblieben bey einem
sichern Comissair, der es in seinem Nahmen eincassirte, und auf unsre Unkösten
überschikte. Er ersparete Uns dadurch über 40 lb. Des Milords intere>ss@e könte
man ihm auch verschreiben. Zu Anfang künftiger Woche wird mein Project auch
gut od>er@ schlecht ins Werk gebracht werden. Unterdessen habe ich bey dieser
Gelegenheit erfahr>en@, daß in vielen Haüsern kein ½ Guinée jezt anzutreff>en@,
darüber du erstaunen würdest, und kanst dir unmöglich einbild>en@, wie wenig
Geld jezt /: es ist alle Jahr um diese Zeit so :/ in London vorhand>en@, und die eines
haben, machen es wie die Getraid oder Weinn Juden beym Mißwachß. Mache
mit den KnöpÀ kein regal. es ist jezt nicht a tempo. er hat mir heüt wieder einen
tendren Brief geschrieben. Heüte fruhe sind die Kemptornisch>en@ abgereiset, ?NB
sie wird von Paris antworten/ aber ohne Reginelli, der hat mich gestern zu Gast
bey sich geladen. Das Buch ist auch gefund>en@ vor ½ Guinée wied>er@ eine neüe
Sorg den zu bezahlen, sonst verkauffen sie mirs wied>er@, alle Welt verwundert
sich, das ichs aufgetrieben. Es fällt mir ein, daß vieleicht die Mama einen ver-
schmacht weil ich wegen der Rosalia Krankheit weg>en@ des zu heissen zu denken
geschrieben. Hier ist ein spargement, als wenn der Giachi, Prete und Secretaire
vom Veneti>anischen@ Bottschafter in der Schweiz von Strassenraubern Todt
geschlag>en@ worden. Er und sie, und ihr Kind hätten sich so zu sagen nakend
gerettet. Ich halte alles vor eine Venet>ianische@ Lüge dan die Brief kommen vor
dort her. Adieu ich küsse dich 1000 mahl im Gedanken, vergiß meiner nicht ich
bin dein getreüer Pirker bis in Tod.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung und an den Faltkanten auf S. 3/4.
THEMENKOMMENTAR:
Franz trägt ein weiteres Mal (s. dazu Brief vom 19. September 1748, 21) die Bitte
vor, bei Mingotti einen Wechsel zu erwirken, damit er seinen Aufenthalt in Lon-
don beenden kann.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
> von Clifden:@ Der Landsitz Cliveden in Buckinghamshire gehörte Anne
Douglas-Hamilton, Countess of Orkney, die ihn von 1737 bis 1751 an den Prince
of Wales Frederick Lewis vermietete.
> Milady How:@ Mary Sophie Charlotte Howe , Hofdame.
> Comun Garden:@ Gemeint ist wahrscheinlich Covent Garden, wo ein
großer Markt beheimatet war.
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur