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142 Edition der Briefe
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30 Brief Nr. 30
Marianne Pirker aus Hamburg an Franz Pirker in London,
27. September [1748]
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker pres>entement@ a Londres at the golden ball in Panton
Street hewmarkt
>unbekannt:@ | fr>anc@o Anvers |
>Franz Pirker:@ | Hamburg No 9. Den 27t>en@ >septem@bris. |
hamburg 27:t>en@ >settem@bre
allerliebster pircker.
Heute empfange ich dein wehrtes vom 17: und ein gleches vom 19:t>en@ hujus. wo-
rinn>en@ ich capitel ¿nde, welche mir durch Herz und Seel dringen, Mein Gott
hättest du mir wenigstens gleich dießes geschrieb>en@, wegen arretirung deiner
und der Coffre, so hätte ich biß dato anstalt gemacht, allein anjezo ist es sehr spät,
nicht weg>en@ des gelt vom Impres>ario@ sondern weg>en@ derer unkost>en@ so du
dort>en@ hast, und weg>en@ der Schand, item daß ich hier kein>en@ fezen anzulegen
habe, und auch so gezwung>en@ seyn werde nach Dännemark zu gehen, mio
dio perché non dirlo subito? es thut mir leyd, daß ich dir dießes vorruck>en@
muß, alleine der fehler ist gar zu groß, ich weiß nicht ob ich dir auf alle capitel
antwort>en@ kan>,@ dann der teufel macht just daß die ganze compagnie auß speist.
freylich habe ich mich im anfang divertirt, allein eben anjezo>,@ da ich ruh von
nöth>en@>,@ empfange ich in dein>en@ die Billen>,@ welche ich lieber im anfang
verschlukt hätte als jezt, alleine du gelahtest gut es ?zu/ mach>en@. aber mein Gott>,@
nun gesetzt ich ¿ndete rath um dich dort auß zu lößen, wo komme ich hernach
zu meinem Gelt vom Mylord wann niemand von uns zu gegen? verstreichet meh-
rere Zeit so möchte ich auch nicht gern allein nacher Dännemark, daß wann wir
wär>en@ dieß>en@ winter hier geblieb>en@>,@ hätte ich gerath>en@>,@ daß du lieber
dich in dem orghester dort>en@ engagirt hättest, dann um dasselbe Gelt hättest
du schon leb>en@ könn>en@, nur damit du gelegenheit gehabt hättest den Mylord
zu exequir>en@, dann künftiges frühjahr gedenkt der Imp>resario@ nach Hollland zu
geh>en@, alleine es ist mir weg>en@ Coppenhag>en@. Die post geht 2: mal von hier
nach london, allei>n@ zu wiße>n@ daß du nothleydest, so wolte ich dir das postgeld
erspahr>en@. ich weiß nicht wie der Haußh>err@ >S. 2@ 30: lb verlang>en@ kann, zeige
ihm seine riconnt>en@ gib solche aber ja nicht auß denen Händen. verspriche den
vaneschi oder Morison daß sie dir helffen. Bey den schuster habe ich nur ein Baar
schwarze und halb rothe bestehlt, alleine wann du ihm sagst>,@ daß du sie nicht
zahl>en@ kanst>,@ wird er sie wohl behalt>en@, wo nicht nimm nur die schwarz>en@
dann ich hab sonst keine andere bestellt, und hier macht mann sie weit schöner.
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur