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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 171 -
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171Edition der Briefe 75 80 85 90 95 von mir gedenckest>,@ wann ich dir proponirte alldort>en@ im orghestre zu spieh- len, dann mehrer wirst du wohl hier nicht gewinn>en@, und wann du zugegen, so kanst du die sache urgiren daß dich der Mylord nach und nach zahlt, sonst sind wir wieder in vorigem Elend>.@ Kanst du aber das Billet einsezen, so thue es und kome gleich, alleine es wäre gut daß es leute hätten, welche den Mylord tormentir>en@, verspriche Ihn>en@ den Zinß zu zahlen, nicht aber etwas zu verliehren. Bitte Mon- sieur asch daß er dir hilft er hat genug Bekandschaft. anderdens kenne ich deine Hitzigkeit und daß du ohne du /: verstehst mich schon :/ nicht seyn kanst, wann du alßo dort>en@ bleibst so köntest du dich villeicht an eine Hur henk>en@, und mir prav Hörner aufsezen, auch dich gar an der gesundheit ruinir>en@. basta>,@ wann du die grösten Brok>en@ abgezahlt hast, so nimm dir ein>en@ tag Zeit zu überleg>en@, ich schreib dir aufrichtig, ¿ndest du es zu unsern nuzen so thue es, glaubst du ich thue es auß Malice, so kome gleich, ich werde dich mit freud>en@ erwart>en@ und steht alles bey dir, rechne die Zeit auß, und resolvire dich zu was du wilst, du siehst daß ich in der welt thue was ich kan, glaube daß ich hier so viel vernunft habe, als ich niemals gehabt, e tanto basta. schicke mir ja das opern mieder und stikrok, dann ich werde zu Copp>enhagen@ die 1.ma donna mach>en@ in der 2:t>en@ opera, hier hab ich selbst nicht gewollt weg>en@ der pomp>eati@>.@ schicke mir etliche kleine stücke von den rothen grotitur, oder wann du Zeit hast so laße sogleich die Ermel in dem roth>en@ sack verändern, aber nicht die aufschläg>,@ jedoch sie müßen um etwas weiter seyn. gehe öfters zum sollenthal. vergieß ja nicht das gedrukte papier vor d>en@ Herrn Imp>resario@ zu schik>en@ und die comissionen so du kanst. auch die steknadeln>.@ ich küße dich 1000. und ersterbe de>in@e t>reue@ Marianna. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung und an den Faltkanten auf S. 3/4. THEMENKOMMENTAR: Marianne gibt in ihrem Brief Einblick in ihren künstlerischen Alltag und lässt erkennen, wie stark der Konkurrenzdruck innerhalb des Ensembles war: Offen- sichtlich war einzig ein Erfolg beim Publikum („credit machen“) Garant für eine dauerhafte vertragliche Bindung an Mingotti . Kritik an den künstlerischen Leis- tungen der anderen Ensemblemitglieder und deren Strategien zur Festigung ihrer Position per Empfehlungen waren Teil der Selbstdarstellung. Ein Schlaglicht zur Bühnenpraxis gibt die Bemerkung zum ausgeliehenen (Bühnen-) Schmuck, während der Hinweis auf die verschwiegene Schwangerschaft der Pompeati aufzeigt, unter welch prekären sozialen Umständen Sängerinnen der damaligen Zeit tätig waren. Breiten Raum nehmen wieder die Überlegungen zur Lösung der dringlichsten ¿nanziellen Probleme ein: Bezahlung der Schulden beim Grafen Haslang , Unterhaltszahlungen für die Kinder, Ablöse der Pfänder und Erschlie- ßung neuer Geldquellen. Franz Pirkers Brief vom 10. Oktober 1748 (47) zufolge,
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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