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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 172 -
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172 Edition der Briefe 5 10 15 20 25 30 lag dem vorliegenden Schreiben auch ein Wechsel bei. Marianne äußerte auch die Sorge, dass Franz sich bei zu langer Trennung von ihr mit einer Prostituierten einlassen und eine Geschlechtskrankheit davontragen könne. Diese gesundheitliche Bedrohung war im 18. Jahrhundert, wie wir aus Casanovas Memoiren wissen, allgegenwärtig und kaum heil- bar. Christoph Willibald Gluck steckte sich in seiner Kapellmeisterzeit bei der Mingotti- Truppe, wie aus der vorliegenden Korrespondenz zu entnehmen ist, ebenfalls an (s. Brief vom 3. Dezember 1748, 81). Während Müller (Angelo und Pietro Mingotti, S. 89) und Schütze (Hamburgische Theatergeschichte, S. 205) von einer Konkurrenzsituation zwischen Mingotti und der Truppe des Filippo Nicolini berichten, stellt Marianne die Situation anders dar: Mingotti soll die Pantomimen aus Mitleid (und um Konkurrenz auszuschlie- ßen) in sein Programm aufgenommen haben. EINZELSTELLENKOMMENTAR: > Heute erhalte dein Schreib>en@ von 24:t>en@ passato:@ Brief vom 24. September 1748 (27). > der crytich unterworfen:@ Der Kritik unterworfen. > schon ihren credit gemacht:@ Schon ihren Publikumserfolg gehabt. Marianne debütierte erst am 14. Oktober in Johann Adolf Hasses La clemenza di Tito. > die turcotti und Haager kenst du:@ Maria Giustina Turcotti , Sängerin, und Chris- toph Hager , Sänger (Tenor). > die pompeati ist so affectirt « schlechter als die Holzbauerin:@ Teresa Pompeati sang in der ersten vom Ensemble in Hamburg produzierten Oper Arsace die Partie der Rosmiri. Wann Marianne Rosalie Andreides, verh. Holzbauer auf der Bühne erlebt hatte, bleibt unklar. > Der Champigni:@ Charles Chevalier de Champigny , Diplomat und Abenteurer. > hofärtig:@ hoffärtig. > die Masi « starke pravur « klein aber herzigs personage d’homo:@ Maria Masi hat eine starke „bravura“, eine sehr agile, für Koloraturen geeignete Stimme und wirkt in der männlichen Rolle, obwohl sie klein ist, sehr ansprechend. > der castrat ist sehr schlecht:@ Antonio Casati , Sänger (Kastrat). > nun hat ihn der teufel gerathen die pantomin unter der opera zu machen:@ Der Impresario Pietro Mingotti ließ in den Aktpausen Pantomimen bzw. Ballette aufführen, die von Angelo Pompeati eingerichtet worden waren, weil die Intermezzi schlecht an- kamen. Pompeati hoffte im Gegenzug auf die Erlaubnis eines „Bene¿cio“ für seine Frau Teresa Pompeati . Die Pantomimen wurden aus Mitleid („pitte“ = „pitié“) für die „Com- pagnie wo der ¿orillo Maestro ist“ ins Programm genommen, weil das für diese vorgese- hene Holztheater (Casotto) noch nicht fertiggestellt war (s. dazu auch Briefe vom 1. und 11. Oktober 1748, 37, 49). Kopf der Truppe war der Tänzer Filippo Nicolini . > Compagnie wo der ¿orillo Maestro ist:@ Ignazio Fiorillo , Komponist und Kapell- meister der Nicolini-Truppe. > der Kazen die Kolben Laußen:@ Der Katze den Kopf kraulen.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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