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70 Cav>aliers@ und Dames. 2dò ist er in Hungarn, kan also so geschwind nicht alles
erfahren. Die Adresse an Baron Schmerling zu machen hast du gar wohl gethan,
ich habe auch dessentwegen sie dir zugeschickt und erinnert daß es nothwendig
an Herrn von Churf>eld@ zu schreiben. Ich förchte nur es könte dein verweil>en@
eben so üble seiten in der Wienersch>en@ affaire, als in der Dennemarkisch>en@
nach sich ziehen, bevoraus wegen der Dicken. Du schreibst mir, daß der Mingotti
künftig eine intention nacher Holand habe, macht er denn keinen Conto auf dich,
daß er dich andern zuschanzen will? Wegen des Wechßel ist das die laueste Aus-
rede von der Welt, daß du nichst >sic@ die Marken mit lb Sterl>ing@ zusam zu rech-
nen gewust. Du freilich nicht, aber jeder der elendest>en@ KauÀeüt>en@ hat ein
Wechßelbuch, wo sie in einen Augenblich >sic@ den Corso ¿nden, so habens sie
auch hier gemacht und die 30 lb so viel mir recht, auf 300 Mark gestellet. Etwas
zu verliehren /: wie ich zwar nicht glaube, od>er@ wenigsten ein Bagatel :/ ware
bess>er@ gewest, als daß der Coffrè noch hier stünde. Jezt weis ich mir gar nicht
zu helffen, dann ich kann nicht wissen, ob du auf meine andre Briefe vieleicht der
Wechßel unterwegs, und getraue mich nicht mehr im Haßlang>schen@ Haus sehen
zu lassen, wo wir dardurch den Credit verliehr>en@, der au contraire durch die
punctualitet, anzi anticipation ungemein würde brillirt haben. Daß ihr eüeren ers-
ten guten Gedanken verändert, habt ihr suadente diabolo gethan, und du kanst dir
nicht vorstellen, wie vieles mir würde geholffen haben. Daß die Eltern immer von
einen >Vor@schus schreiben, müssen deine gar zu eilfertig geschriebene und kurze
Brief ihnen unser Ung>lück@ nicht recht vormahlen, sonst würden sie vielmehr
Mitleiden mit Uns haben. Aber die g>X@ lieben Leüte werden halt auch mit der
Cassa übl daran seyn, und nicht mehr vorstreck>en@ könne>n@>,@ Gott erbarme es.
Ich habe vergessen weg>en@ den Wechßel muß ich nothwendig noch ein wenig zu-
wa>rten@ aus obiger Ursach, ehe ich ihn schicke. >S. 2@ Wegen Italien ist alles sehr
wohl gethan. Signor Mingotti lasse mich wieder schönstens empfehl>en@>.@ Er
solle so viel ihm möglich trachten Uns zu helffen, Er hat ja in solchem Fall dop-
pelte Sicherheit an dir und mir, und hernach an der Cession, wie schon öfters
geschrieben, des Milords Billiets. Jezt würde das eine unsterbliche Ehre für ihm
seyn, dann ich wolte es hier allen denen neü angekommenen Welschen sagen,
welches es in ganz Italien austrompet>en@ würden. Ich werde freilich nicht sagen,
daß wir in solcher Noth waren, aber wohl, daß er so gut stünde, daß er mein Gel
Billiet ausgezahlt, und über sich genommen. Du darfst auch nicht etwa glaub>en@,
daß ich schon meinen Conto auf andre Jahre mache bey ihm zu bleib>en@, dann
dieses, daß er dopelte Sicherheit an Uns, verstehe, wenn er zu keiner Bezahlung
kommen könte in Fall der eüssersten Noth, und was ich ob>en@ wegen Holand ge-
schrieb>en@, ist aus einem pontilio, weil es scheinet als mache er keinen Staat von
dir. Wegen Bareüth muß man es Gott heim stellen, was er mit Uns machen will.
Du schreibst wir können an den Pinchbekischen tabat>ieren@ Uhren gewinnen, und
der Gluck weis auf ein Haar was sie hier kosten. Basta ich werde suchen alles
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur