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176 Edition der Briefe
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110 zu thun vor Herrn Mingotti, aber wann ich alle Comissiones zusamm schreiben
werde, so wirst du dich verwundern, was es für eine summa >au@smach>en@, wo-
her die Schulden bezahl>en@, Pfänder auslösen, und reisen? Ich werde thun was
ich >we@rde können, und die so uns dienen können unterscheiden, und was das
nothwendigste, und dahero vor allen und allen auf dich gedenken. Jozzi hat mir
fast auch so geschrieb>en@. Ich habe es ja gesagt, dein Brief nach Aix la Chapelle
ware auch impertinent genug, allein ich habe ihm mit solcher civil>en@ Arth blutige
Dinge geschrieb>en@, daß er darüber geschwizt wird haben ohne auf mich zörnen
zu können. Er ist mir auch vorgekommen mit einer rechten Abbitschrift \und wie-
deruft den vorigen Brief,/ in der Zeit als meine Antwort hingegang>en@. Ich habe
den Brief beygeschlossen von Ital>ien@, aber mit lezter Post habe noch keine \
Gegen/antwort hierauf erhalten>.@ Vieleicht ist heüte was Unterwegs? Ich schreibe
ihn auch jezt und berichte vieles von Reginelli. Du must nichts dergleichen
thun, daß du davon was weist, dann ich hab es ihm freyer dings so versproch>en@.
Mache mich nicht zum Lügner, und verrathe mich nicht durch dergleich>en@ thun,
daß du was hievon weist, sonst würde es mich greülich ärgern. Ich verstehe von
Piquant>en@ Brief. Wegen den Champigni und der Pompeati habe mir solches
gleich eingebildet. mà animo. Ihr könt alle 2 gefallen, lasse nur den Muth nicht
sinken, sondern nimm allen deinen Geist zusamm>en@. Dahier war es wohl an-
derst. Du must dennoch von der ersten Frau in Dennemark nicht ablassen, und
man muß dort durch den Hof durchzudringen suchen. Es ist ganz natürlich>,@
Champigni sucht immer solche Leüte um dardurch auch Spieler und soupirer in
sein Haus zu ziehen, sie wird auch sehr Àeissig mit ihren Visiten gewest seyn. NB
du verstehst mich schon. \Scilicet denn auch>.@/ Allein wann du nicht wie sie emp-
fang>en@ worden, so thust du recht, daß du solche Orte meidest. Allein man mus
die eigene Compagnie zwisch>en@ virtuosen \nicht/ gar zu sehr lieb>en@, weil mir
Wych sagt, daß es ganz artige und honrte Leüte dort gebe, die viele Kleinigkeit>en@
regalir>en@, wenigsten in das Haus, und nicht secondo ¿ne. Du must auch dein
möglichstes thun zu verhindern>,@ daß diese Opera nicht die erste in Coppenhagen
seye. Im übrigen hat Cham>pigny@ einen abscheülich>en@ Nahmen hier gelassen /:
Ich schreibe es nicht, daß du es etwa dort sagen sollest Dio guardi aus deinen
/: Mund :/ und Schuld>en@ über Schuld>en@. Chevalier Wych ist verteüfelt über ihm
erbost, und heissen ihn einen ¿l>ou@ weil er dort in sein Haus hinein gewolt, und
vorgegeb>en@ Wych logire hier in seinen. Wann der Cammerdiener sein>en@ Haus-
herrn wüste und nennen könte, so will er ihm zu schreiben und warnen, auch alles
bericht>en@, was hier vorgegang>en@. Du schreibst mir nicht, ob sie in der That
merit>en@? Was sie für Arien? ob Gluck vor sie? ob die Maruggia und Hager ge-
fallt? beym Wych wissen sie noch nichts. Wegen dem, was du mich avisirest, habe
mich schon im Wy>ch@ Haus so reguliret. Dem Jozzi werde ich das Band mit dem
Hut schicken. Monsieur Gluck lasse mich auch schönstens empfehlen, ich werde
suchen ihm möglichst zu dienen, er solle auch hingegen jeder zeit unser guter
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur