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198 Edition der Briefe
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30 Brief Nr. 45
Marianne Pirker aus Hamburg an Franz Pirker in London, 8. Oktober 1748
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres. at the golden ball in Panton Street near the
hewmarket.
>Franz Pirker:@ | Hamburg No 11 Den 8t>en@ >octo@bris |
ham>burg@ 8. >otto@bre 1748.
allerliebster Pirker.
Heute ist die general prob, und übermorg>en@ ist die opera, ich zittere mei>nen@
theil, dann sie hab>en@ mich hier in ein>em@ unbeschreiblich gut>en@ concept.
Heute empfange dei>nen@ Brif vom 28: t>en@ passati, es ist schlimm daß mann die
Brif erst mitags außträgt, desweg>en@ kan mann niemals vorschreib>en@ ich wolte
daß der teufel dem hollete welcher mei>nen@ außgestellt>en@ wechsel Brif nicht
nach 14. täg>en@ hierher geschikt, wie wir accord war>en@>,@ dann so hätte der
Kellerhof neue Caution gestellt, und ich dörfte nicht nackend hier herum ge-
hen, es wird kalt ich bin alzeit im Sommerkleyd, cospetto de Dio, und muß nach
Dännemark wie eine Bettleri>n@ geh>en@. ich bitte dich um verzeihung>,@ allei>n@
wäre der wechsel überschikt word>en@, so hätte alles ein End, dann ich wolte dir
etlich>en@ diccaten erspahr>en@ welche il cambio kostet, glaubstu dann ich bin
völlig von Vernunft. nun reuet es mich daß ich so viel geld fortgeschikt, dann
ich hätte mir wenigstens wäsch und ein Kleyd anschaf>en@ könn>en@, hätte wohl
der teufel die coffre alsdann hohl>en@ könn>en@. Cazzo>,@ mir wolt>en@ d>en@
temistocle mach>en@, und weil ich weder mieder noch stikrok hab, so muß ich es
selbst hintertreib>en@, dann die Zeit ist zu kurz solches mach>en@ zu laß>en@. Son
fuor di me, dann es ist fünf woch>en@ daß du mir allezeit schreibst du hofest caution
zu hab>en@ weg>en@ der coffre, a cosa serviva dunque il lusingarmi? ich begreife
es sehr wohl daß es dir übel geht. allei>n@ du weist auch daß wir zu End dieses
Monaths hier aufhör>en@, und gleich fort geh>en@, das project ein>en@ hießig>en@
Kaufmann auß zu ¿nd>en@ ware gar närisch und das beste ist dießes von der Myladi
Midlesex. gott gebe daß es gut außschlägt. ich mögte nur >S. 2@ wiß>en@, wer der narr
gewes>en@, die lüge vom ambasciadore auß zu spreng>en@, dann der ciachi hat zu
bologna mit der turcotti ihr>en@ Brudern gesproch>en@, wie er nach Venedig ge-
gang>en@, informire sie alßo. so lang die opera nicht in scena kan ich unmöglich an
die Milady aw schreib>en@. gott gebe die gedult, es verdrüst mich rechtschaf>en@,
daß du d>en@ Jozzi das Band nicht geschikt hast: der baron wasner ist hier durch,
ich bin in der fruh zu ihm gegang>en@, er war aber zu altona, und konte ich nicht
mär zu ihn komm>en@ weil er d>en@ andern tag fort ginge>.@ addieu ich bin sehr
pressirt, lebe wohl und gesund, ich küße dich 1000 mal dei>ne@ getreue Mari>anna@.
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur