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212 Edition der Briefe
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70 Haußh>errn@ nichts geb>en@, allein ich sehe daß es nothwendig ist, o gott ich kan
dir nicht mehr verzeih>en@, daß du d>em@ H>aus@h>errn@ die pfänder entdekt, dießes
war der gröste narr>en@ streich, allei>n@ ich weiß die ursach weil du ihm nicht hast
woll>en@ das scheiß billet lass>en@. nun muß ich darunter noth leyden, und ganz
london weiß unsrer armuth, verzeihe mir das selbige, ist mit d>em@ wechsel zettel
gescheh>en@, mein gott weist du dann nicht daß wir dތaccord geblieb>en@, solchen
sogleich herzuschick>en@, warum hast du es dann nicht gethan? wir sind auch dތac-
cord geweß>en@ den>en@ Eltern nicht alles zu schreib>en@, warum sagst du mir dann
daß ich sie villeicht nicht genug informirt hätte? >S. 2@ glaub mir sicherlich daß ich
dasjenige schreibe wie ich soll. indeß>en@ ist ein Brif von urspringer eingelauf>en@,
der Àegel gratulirt dir zu dein>em@ nahmtag /: welcher zwar nicht der rechte wahr,
sonst würde ich nicht manqirt hab>en@ meine schuldigkeit zu beobacht>en@ :/ nach-
dem er sich gepfändet, ich kan den augenblik nicht erwart>en@, daß die ring zu
Hauß sind, alsdann soll er ein>en@ prav>en@ Brif bekomm>en@, aber jezt ist es nicht
Zeit, sonst könte er Zinß fordern. nun siehe meine opera geht erst künftig>en@
Montag an. indeß>en@ schreibt mann an denen parten von den bayazet, allwo ich
die Asteria nemlich prima donna mache, die pompeati ist die seconda allezeit,
dießes kanst du kek sag>en@, und anbey das die pompeati die seconda macht. nun
siehe wie ich unglükl>ich@ bin, ich habe weder stekrock noch Mieder, und um die
pompeati zu schlag>en@ gehört ein schönes personage. o gott und in 10 tag>en@ ist
die opera, dan auf den 4:t>en@ 5: Novembre geh>en@ wir von hier weg. du hast recht
daß die comissione>n@ sehr groß seyn, allein es verstünd sich wann du das billet
hätest völlig außgewechßelt, nun aber ist nichts nötig als des Herrn Impres>ario@
und turcotti comissionen, item die Kleinigkeit>en@ nemlich licht buz>en@, Bleystift,
Dint>en@ federn und dergleich>en@. Damit es dir aber nicht an der reiß schadet,
nun wiße dich zu richt>en@ und komme über land, mit der amsterdamer Kutsche
bist du in 5: 6: täg>en@ hier> @ siehe aber zu ob du uns noch antriffst, dann die reiß
ist festgestellt und das schif trift den 4:t>en@ zu lübek ein. Hast du Hofnung daß der
Mühlord >sic@ gewiß bald zahlt, so versaume es nicht, wilst du aber auf dieses
nicht wart>en@, so mache dich gleich auf den weg, schick die sach>en@ zu waßer,
und komme hieher zu land. basta>,@ non vi posso dir altro>,@ procurate di venire
presto, e senza perdere sul billetto che certo sarebbe una bestialitá. se veramente
volete risparmiare potete andare per gli canali da amsterdam ¿no a due poste lon-
tano di qui, e nella carta troverete un certo lago ove passarete, e venite anche
presto certo se avesti il denaro da mylord gran pro¿tto potressimo avere con gli
comissioni >S. 3@ che vi ho dato massimo con gli orologi delli quali portate almeno
due o tre, ne io farei la ¿gura mia bensu l’impres>ario@ non vi scordate gli forni-
menti di carta. weg>en@ Wien sagt mir der Impres>ario@ so, daß es allzeit beßer
sich in zwey contract zu melir>en@, wer hernach der beste ist den acceptirt mann
er ist sehr resonable hierin, und wann er in holland geht, so zehlt er mich
vor gewiß, und wenigstens muß er mir als dann geb>en@ was mann mir zu Wien
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur