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55 Fantasme in meiner Krankeit des Champi>gny@ und Pompeati wegen x> gehabt.
Du siehest aber wie Gott straft, wann es nur anderst wahr was du mir der Schwan-
gerschaft halber schreibest. Und ich versichere>,@ du hast dort selbst nicht so viel
als ich hier ausgestanden, und noch zu dato, bis ich deine reussita erfahre. ich
möchte die Arien wissen, so du dir ausgesucht. A propos vergist du dann ganz
>S. 3@ und gar auf den Grafen Haßlang, und Myladi How. Die falsche Natter
die kranke Kempthorn ist hier der einzige Werkzeüg deiner Unterdrükung gewest,
und diese Hündin hat den Reginel>li@ ga>nz@ allein aufgebracht. Ich habe die
abgeschmakte Frazen, wie sie mit Ihm umgegang>en@, ertrag>en@ unmöglich mehr
ertragen können. Die holde Furiè Grenn giebt vor sie hatte dir einen ½ Guinee
bey der Abreise gegeben, daß übrige wäre vor die Pomade. Der Jozzi hat mir
geschrieb>en@, daß er die Knöpfe empfang>en@, welche er nicht genug zu loben
weiß. ich kan ihm heüt unmöglich schreib>en@, und lezten >Post@dag hat ihm
Baroni in meinen Nahmen geschrieb>en@, und mir den >Kopf 1000@ mahl mehr
erhizet, als wann ich selbst geschrieb>en@ hätte, das ist ein rechter Peterl. Adio
meine liebe Marianna, ich fürchte, du möchtest mir das schreib>en@ oblehenen.
Hoffe in Gott>,@ hat er einmahl angefangen Uns aus den Labyrinth zu rett>en@
so wird er es auch nach und nach thun. Ich habe deinetwegen viele und viele
heisse Thränen vergossen, und du bist mir Dag und Nacht gegenwertig und
in meinen Herzen. Liebe mich, und ich lebe und sterbe als dein allzeit getreuer
Pirker
NB Was ich indessen hier verzehrt, darüber mach dir ja gar Keine Sorgen. ausser
was etwa Herr Brandenburg kostet, alles übrige ist nicht wehrt, daß man es nennet.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung und an den Faltkanten auf S. 3/4.
THEMENKOMMENTAR:
Immer wieder werden in den Briefen Franz Pirkers schlechter körperlicher Gesund-
heitszustand und eine damit verbundene Depression thematisiert. Krankheiten
hatten zur damaligen Zeit bis ins 19. Jahrhundert hinein im Bewusstsein der Men-
schen einen anderen Stellenwert als heute, da ohne Antibiotika bereits eine zu-
nächst harmlose Infektion tödlichen Ausgang haben konnte. Die Bemerkungen
zum Stand der ¿nanziellen Aktivitäten im Hinblick auf Wechsel, Ablösung von
Schulden und Finanzierung der Lebenshaltungskosten in London fehlen auch in
diesem Schreiben nicht.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
> China chin>chona@:@ Chinarinde, die u. a. zur Fiebersenkung verwendet
wurde (von Rosenstein, Haus = und Reise =Apothek, S. 15 –20).
> von deiner ersten Opera:@ La clemenza di Tito von Johann Adolf Hasse ,
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur