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30 Brief Nr. 53
Marianne Pirker aus Hamburg an Franz Pirker in London,
15. Oktober 1748
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker à Londres at the golden ball in Panton Street.
>Franz Pirker:@ | Hamburg No 13 Den 15t>en@ >octo@bris. |
Hamburg d>en@ 15.t>en@ >otto@bre 1748
allerliebster pirker
Dein>en@ wehrt>en@ Brif vom 5. >otto@bre habe ich richtig erhalt>en@, obwohln du
settembre geschrib>en@, alleine es geht mir auch oft so erstl>ich@ habe ich mich un-
endlich alterirt über deine Krankheit, und wann der Brif gestern gekomm>en@ wäre,
wo meine 1ste opera, so hätte ich gewiß nicht sing>en@ könn>en@ über welches ich
gott zum Zeug>en@ nehme, und wann ich dir dann und wann rimproveri gegeb>en@,
so ist es darum, daß du den tag meiner abreiß so viel dif¿culteten gemacht, den
Haußh>errn@ das scheiß billet zu laßen, worauf er so mißtrauisch worden ist. basta
in dieß>em@ stuk hatte ich recht, dann ich wolte noch ein baar fezzen mit nehmen,
du woltest aber nicht, und wäre mir dießes alles eher bekand geweß>en@, so wäre
das gelt eher erfolgt, allein so verließ ich mich auf den außwechßel des billets,
nun ist dießes alles vorbey, und hoffe daß du den wechsel zettel bekomm>en@ hast
und dich ein wenig auß der noth gerettet, auch den>en@ Eltern das gelt überschikt
hab>en@, doch kan ich nicht begreifen, wie du 3. post täge ohne meine Brif bist,
ich habe dir in mei>nem@ letzten alle täge gemeldet so oft ich geschrieb>en@, wirst
du also ¿nde>n@ daß ich alle freytag und dienstag schreibe, nimm mir nicht übel
wann ich ein wenig nachdrükl>ich@ geschrieb>en@, alleine ich bin völlig nackend
kan auch vom Impres>ario@ kein gelt mehr verlang>en@, weil ich nur noch 100.
ducat>en@ zu hab>en@ habe, er gibt mir biß dato das eß>en@ weil er wohl sieht daß
ich spahr>en@ muß. Ich hofe daß du wieder völlig gesund bist, nenne kekl>ich@ die
summa von gelt so du bekomm>en@ dann es ist beßer mitley neyder als mitleyder
zu hab>en@, hier überschike dir ein baar Bilder zu deiner consolation und völliger
wieder geneßung, sie hab>en@ mir 6: geschikt, alleine alle mit so garstig>en@
farb>en@, sie sind sehr wohl lieber pirker ich habe dir mit d>em@ wechsel ein>en@
Brif geschrieb>en@, welchen du villeicht anders wirst außgelegt haben, alleine
ich schwöre dir zu gott, daß kein secondo ¿ne dahinter stekt, sondern ich weiß
mir nicht mehr zu helfen. Du hast auch recht wann du mir die comissionen vor-
wirfst, alleine es versteht sich daß wann du das billet außwechßelt oder darauf gelt
bekomm>en@, wo nicht so ist es natürlich daß du nichts einkauf>en@ >S. 2@ kanst,
absonderlich wann ich gezwung>en@ bin von hier ohne dir abzureis>en@ so wird
dich die reiß noch viel mehr koste>n@ ich erwarte den freytag mit schmerz>en@,
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur