Seite - 229 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Bild der Seite - 229 -
Text der Seite - 229 -
229Edition
der Briefe
5
10
15
20
25
30 Brief Nr. 54
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Hamburg,
18. Oktober 1748
A Mamadame >sic@
Madame Marianne Pirkerin pres>entement@ à Hambourg.
No 16 \16/ vom 18t>en@ >octo@bris >1@748.
London den 7t>en@ \18/ >octo@br>i@s 1748
Herzallerliebste Marianna.
Dein mir zwar angenehmstes Schreiben von 8t>en@ huius habe schon vorgestern er-
halten. Deine harte Ausdrückungen ertrage ich mit gröster Geduld, weil ich weis,
daß du Ursach über Ursach darzu hast, allein ich hab dennoch keine Schuld. Kan
ich davor, wenn man mir eine Sache gewis verspricht, und hernach nicht hält?
hast du es nicht selbst gesehen wie er mir vorgelogen, und 2 \mahl/ in die Stadt
und auf Pantington lauffen, gem und deine Reise um 8 Däge später verschieb>en@
gemacht. Jezt, da das Geld gekommen, da hat er die Bürgen gleich aufgetrieb>en@,
und so könte auch meine Kaz Bürge seyn. Doch Gott Lob im Hohen Himmel,
deine Sache sind nun in meinen Händen, und hoffe mit der Gottlich>en@ Gnad, daß
du sie nun selbst bald haben sollest. Ich \bin/ heüte >in@ die Stadt gehätscht, bey
bey >sic@ Herrn Vogd gespeist, mit dem Hamburger Schifman Raetje van Creeken
Comander of the Lady Susanna gesprochen, welcher unfehlbahr und verläslich
künftige Woche von hier absegeln wird, mit dem wirst du alles assecurirter erhal-
ten, er ist ein sehr guter und gelobter Mann. Um dem hundtsf>öttschen@ Hausherrn
nicht zu zahl>en@, habe ich das Geld an 2 Bürger bezahlt, welche ihm eine Note
gegeben, es in einen 4tel Jahr zu zahlen, wann ich nicht solte im Stande seyn. Er
wolte zwar nicht gern daran, endlich bequemte er sich doch. Dieses ist nun aller
Possen, den ich ihm habe spielen können. Wie seine full demande erhalt>en@, und
deine Sachen, da habe ich ihm gesagt, daß du ihn in Erdboden verÀuchest, wegen
Aufhaltung deiner Sachen pp>.@ Der Conto ist so: Du hast mir nichts anders gelas-
sen als: Monsieur Reyly e paye jusquތau 21 Fevrier 1748>,@ au 13 Juin comence
lތaccord de 17 Sch>illing@ par Semaine. sein Conto kömt damit überein ausser,
daß er 2 Guineé 3 Sch>illing@ 6. S>ous@ paar vorgestrekt also machet solcher bis
zu deiner Abreise, wie du ihn selbst gesehen 27 lb 15 Sch>illing@ 6 S>ous@, und es
sind alle Wochen accurat gezehlet, und ist gewis sein Verstos darinn, dann Herr
Koch und ich haben ihn wohl übersehen. Hernach folgen die 6 lb die er für die
Tabaquier dem Anger bezahlt. als dann 1 lb arrestgeld. Dann hat er mir aus mein
alt>en@ roth>en@ Rock eine Veste unter den Frak gemacht 7 Sch>i@l>ling@ 6 S>ous@.
>S. 2@ Dann haben wir nach langem dispiturir>en@ für die ganze Zeit nach deiner
Abreise, davon er mir doch 14 Däge schenket x> 1 lb 10 ausgemacht für mich
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur