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70 und die alte bis morg>en@ inclusive. Machet als also die ganze summa 36 lb 13
Sch>illing@>.@ Gott im Himel seye gedankt, daß ich aus dem verÀuchten Hause
noch einmahl heraus kommen kann, welches ich so oft gewollt, und gewunsch>en@,
und niemahl erhalt>en@ können. ja hat es geheissen, auf eine so kurze Zeit wär es
nicht der mühe werth pp NB künftige Wochen ist eingedung>en@. Mir hat es so
gerath>en@, daß ich den Wechßel so gleich zu Geld mach>en@ können ohne Verlust
anders Gelds. Ich möchte wissen was du von etlich>en@ Ducat>en@ schreibest so du
auf die Cambio verlieren müssen. Dieses will hier niemand versteh>en@. Jezt komt
der Hof herein denn nun, und die Mylady M>iddle@s>e@x werde ich unverschämt
importuniren. Sie müssen mir was geben, sie wollen, oder wollen nicht. Gestern
war ich beym Vaneschi, welcher mir sicher versproch>en@, daß er mir beystehen
wolle, und daß er glaubt, daß dem Milord das Michel>s@ quartal gefallen, also
hofet er auf ein oder andern weg was auszurichten, und das quartal an unsern
Billet ist auch verfall>en@, daß w>il@l ich auch sollicitir>en@. Gott ist mir besonders
genädig, daß er mir s>o@viel Stärke wieder in so kurzer Zeit, und nach einer töd-
lich>en@ Krankheit zu theilet, daß ich alles dieses verrichten kan. Morgen Löse ich
die Pänder ein, und wann du wirst den Conto sehen, so wirst du bald schliessen,
wieviel mir zu so vielen Comissionen überbleibet. Ich werde aber gleichwohl thun
was x> mir möglich. Zörne nicht mit mir liebe Marianna, wann ich dir nicht in
allen nach Wunsch dienen können. Du versündigst dich an mir, ich bin ein armer
unglükselliger Mensch, der wenn er dir mit seinem Blut diennen könte es von
Herzen gern Thun würde. Glaube mir, daß alles was dir wiederfährt mir durch die
Seele dringet, alles was ich leide, und gellit>en@, war deinethalb>en@, weil ich mir
deinen Stand immer so lebhaft vorgestellet, so \hat/ mir dieses solche Todesqualen
und Aengstligkeit>en@ verursachet, und weil ich unmöglich helffen gekonnt, so hat
mich endlich der Chagrin das Herz unterdrückt, und ins Bet geworff>en@, Mein
Blut zeigte es klar, dann es war voll schwarzer und grüner Gall, auch alle haben
mirs gesagt und zugesproch>en@. Jozzi habe ja das Band schon lang geschickt.
aber zuvor wie wir in penetilien waren, hab ichs nicht thun woll>en@. Mit dem
Bremer wäre es ein sproposito dann er gehet mit dem Hamburger fast zu glei-
cher Zeit weg. >S. 3@ Der Sauvage, so der Campioni von Graf Haßlang gedienet
ist gestern wie ein Vieh crepirt und verfault, hat auch keinen Geistlich>en@ gewolt.
Monsieur Wegelein, und Herrn Vogds seine geweste Maitresse sind von ihm weg
gelauffen, und haben sich verheürathet, worüber sie beede in das gröste Elend
verfallen. Wer hätte es von diesen feinen Menschen geglaubt? Herr Vogd hat mir
heüte den ganz>en@ Casu>m@ selbst erzehlet. Gestern erzehlte mir die Seiz, daß den
armen Carlani der Donner das linke Beinn gelähmet. Der arme Mann. Ich ware
gestern bey Herrn Paradis, da war nun eine ganze Confusion in dem die Miss
Ashe der Seiz eine curiose Carte zu geschicket und sie einladen lassen, es ware
unter andern. sie solte jemand von ihrer Compagnie mitnehmen, der ihre musiqs
könne accompagnir>en@, das hat der Mademoiselle gewaltig in die Nase gerumpft.
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur