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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 245 -
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245Edition der Briefe 115 120 das Portrait von deinen charmant>en@ Hindern, mache es selber bey einen Spie- gel. Ich küsse ihn viele 1000 mahl in Gedanken. Dieses einzig und allein könte nebst der Nachbarschaft meine abgemergelte Kräft>en@ auf einmahl aufricht>en@. Ich hoffe ihr werdet so bald nicht verreis>en@, als du mir schreibest, und das Schif, vieleicht ich selber>,@ wird noch so glücklich seyn eüch in Hamburg anzutreffen, daß hoffe ich zu Gott. Das Schif gehet noch ganz gewis diese Woche, ich bin meist mit allem fertig. An Signor Mingotti und ganze Compagnie mein Compliment, Seye um Gotts willen gescheid, die Kopfschmerz>en@ machen mir auch Kopf- wehe. Adieu ich küsse dich zu 1000 mahlen als dein getreüer Pirker bis in Tod. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung. THEMENKOMMENTAR: Der Brief beleuchtet die Umstände, die zur Pfändung der Habe der Pirkers durch Realy geführt haben. Franz und Marianne wollten einen ablaufenden Schuld- schein durch einen neuen ersetzen, scheiterten aber mit diesem Ansinnen bei ihrem Hausherrn, der, englischem Gesetz entsprechend, das Eigentum der Pirkers pfän- den konnte, um es ggf. zu verkaufen. Franz gelang es, nach Mariannes Abreise Kaution zu stellen und die Pfänder auszulösen. Er wollte allerdings die gegen- über dem Earl of Middlesex bestehenden Ansprüche nicht aufgeben, zumal das ihm verbliebene Restgeld für eine Reise nach Hamburg und Kopenhagen sowie die Bezahlung der „Commissionen“ nicht reichen würde. Deutlich wird an dieser Stelle wieder, welch große Bedeutung ein gesicherter Standort für den Winter und die Höhe der Lebenshaltungskosten hatten. Während der Lebensaufwand in Kopenhagen wie in London hoch war, hätte ein Aufenthalt in Stuttgart im Haus- halt der Schwiegereltern eine deutliche Kostenersparnis bewirkt. Alternativ dazu erwägt Franz, die neuen Kontakte Giuseppe Jozzis auch für sich zu nutzen, um sich in Paris durch Drucklegung eigener Werke einen Namen zu machen und da- mit auf eine längerfristig gesicherte Existenz hoffen zu können. Die von Franz als tödlich bezeichnete Krankheit, unter der er zuvor gelitten hatte, könnte ungeachtet aller Hinweise auf seine „Chagrin“ eine der in jener Zeit weitverbreiteten Geschlechtskrankheiten gewesen sein. Dies würde Mariannes Sorge um das Sexualleben des Gatten und eventuelle Kontakte zu der „Hur Schia- vona“ auch unter dem medizinischen Aspekt rechtfertigen. EINZELSTELLENKOMMENTAR: > Dein schäzbahrstes vom 11t>en@ hui>us@:@ Gemeint ist Brief 49. > daß ich von einer tödlich>en@ Krankheit « aufstehe, welche meist darum entstand>en@ daß mein feindseliges \Glücke/ mir alle Wege abgeschnitten dich zu vergnügen:@ Diese Bemerkung könnte sich dahingehend deuten lassen, dass Franz
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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